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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-10-01 · Heft 1 (Oktober 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 1 (Oktober 1851)
Article
Einleitendes
Date
1851-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 Einleitendes. Zeitschrift etwas verschiedene Tendenz verfolgt, dem Publikum das Ziel das er sich vorgesetzt und den ihn leitenden Gedanken, in einigen Worten darznlegen. Jede periodische Schrift muß ihre Berechtigung in sich tragen, muß basireu in dem Bedürfnisse.der Zeit in welcher sie entstehet. Auf dem Gebiete des Judenthnms hatte der Journalismus eine doppelte Richtung zu verfolgen, die religiöse und die politische; und da die gesonderte politische Stellung die dem. Inden angewiesen war, in ihrem letzten Grunde auf das Religiöse zurnckgeführk wurde, so fielen beide Richtungen einem großen Theile nach zusammen, und es mußte Religiöses und Politisches zugleich Besprechung und Vertretung finden. Die Sonderstellung des Juden ist nun in Deutschland — nur ein Staat macht eine Ausnahme — beseitigt: sein Antheil an der Politik ist ein allgemeiner, es werden ihm nicht mehr Sonderinteressen anfgedrungen; und Sorge hier für die Zukunft hegen verbietet der Glaube an Treue und Rechtlichkeit. Es liegt daher für ein dem Judcnthnme gewidmetes Journal weder Bednrsuiß noch Berechtigung vor, das Politische in sein Gebiet zu ziehen. — Aber auch nach der religiösen Richtung öffnet sich fetzt ein anderer Kreis. Wenn auch das Religiöse, ans der Urquelle der Gottheit entsprungen, göttlich, unvergänglich ist und nie ans der Brust des Menschen ganz weichen kann, so bleibt doch auch hier der Niederschlag der Zeit nicht ohne Einfluß und sind ihre Erscheinungen der Messer für die religiösen Bewegungen. Die Spannung und Zerklüftung auf politischem Gebiete, die die erschütternden Vorgänge des Jahres 1848 vorbereiteten hallten in kleineren und größeren Schwingungen, sei es durch äußere Rückwirkung oder innere Jdeenaffociation, in dem Kreise des Religiösen wieder. Damals entbrannte lebhaft der Kampf, es stand Partei der Partei gegenüber: die blanke Waffe war gezückt, und wer auch sonst den unseligen Schlaf des Jndifferentismns schläft es schlug Waffengetnmmel an sein Ohr, und schon die Neugier erweckte zur Theilnahme oder mindestens zum theiluehmenden Znschanen. Zn jener Zeit galt es der Abwehr und dem geharnischten Kampfe: zwar wurde auch die Belehrung im Auge behalten, aber sie mußte sich mit Polemik verbinden, und wie bei jenen Erbauern des Tempels, „mußte mit der einen Hand am Werke gearbeitet > und mit der andern die Waffe ergriffen werden" (Nehem. 4, 11>. Es trat aber die Abspannung ein: theils im Gefolge der politischen Umwandlung, theils weil das eigentliche göttliche Interesse dem Angriffe abgegangen war und er eine lebensfähige, selbstständige, po-

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