Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 21)
- Language
- German
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Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus. 261 Des Zeitkundigen (Jissachar) Samen soll nimmermehr verzehren, streue Tau auf seine Saat, gekörnt und fein. Vor Satans Raub behüte die Geretteten aus Not, Lebenstau durchfließe sie, daß sie hüpfen wie der Krebs. Der am Hafen Wohnende, dessen Blüten mögen von Tau erblühen; lasse Tau seiner Herde fließen und von Tau das Gras ihm sprießen (Sebulun). Heilbringenden Tau will ich schöpfen in Freude, den Tau, den der Vater gekostet, verleihe auch uns, Gott und Ab [Vater]! Der schirmende Schutz meiner Wohnung möge ungestört sicher sein, Tau meiner reinen Stätte (Palästina) ruhe wie Wolken auf meinem Wohnsitz (Jissachar). Jugendtau meiner Zierde, sei mir wie einst zum Ruhme; Tau ströme auf mein Gotteshaus, daß darin Gottesstimme erschalle wie die des Löwen (אריה). Am Festtage will ich Gutes mir bereiten, mit Baschan’s fruchtquillender Fülle mich preisen; hülle in Tau meinen Ertrag, wie einst in den Nächten des Wüstenlagers. Wie Regentropfen auf des Hügels Gipfel (Zion) niederfielen, so sei auch reichlich Tau geschenkt, daß sprießen die Blüten des El ul. Deines Wohlwollens Sättigung ersehnten sie, daß der trockene Süden bewässert werde; Tau gib der ihres Freundes harrenden Gemeinde, mit pochendem Ruf sie zu wecken. Als gutes Zeichen schwebt der Tau, die Welt einhüllend; macht treiben der Pflanzen Keime, freudig und frohlockend wie die Jungfrau (בתולה). Die Schar wird zur Sammlung verschönt, die zahllosen Massen gekräftigt; Tau erwecken bei Schofars Schall die im Staube Geborgenen. Mehr als andere Völker beglückt er mich, mit meinem Lied ich danke* Tautropfen mögen mich bereichern, ausreichend bis zum Ende des Tischri;