Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 15
- Article
- Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 682 (sequence 10)
- Language
- German
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682 Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden. Feber all«‘ besonderen ausserordentlichen Gomeiudcausgaben musste von der Verwaltung oder der Gemeinde. von Fall zu Fall entschieden werden. Die Ortsbewohner wurden nur naeh Bedürfniss zu Steuern beranke zogen י), d. h. hei jed«T Belastung der Bürger durch Krhehung Steiler musste ein spezieller Zweck vorliegen, für den das (!cid augenhlieklich crtbrderlieli war. Hinfaelw Steuern, uni für alle eventuell«‘!! Ausgab<‘11 Geld zur Yerfügung zu haben, wurden nicht erhoben. ~ Hei der Kopartirung der (»emeind«*lasten galt dm* < י rundsatz, dass nur solche. Härger zu einer G eineindoausgah«‘ herangezogen werden, «lie an dem vorliegenden Zweek«‘. int«‘ressirt sind, und aueh «li«‘se nur in d«‘111 Verliältniss, in dem sie interessirt sind. Die (ienndndekasse wurde dureh «*inen Sehatzmeist«*r'־) verwaltet. Betrachten wir im F«dgen«le11 die wieditigsten Positionen des Gemriudebudgets. Wir w«*rden hierhei genüthigt sein, inanelies bereits früher Gesagte zu rekapitulircn. G o 110 s d i e n s 11 i e he A u s g a 1 m* 11. Hierher gehören, «lie Ausgaben für den Hau einer Synagoge, für di«* Ansehatfung g«>ttesdienstlieher Gegenstände ::) und für die Resoldung d(‘1* Synagogenbeamten und -DmmT1). Wer zwölf Monate im (h־t«1 weilt , ist hierzu beitragspÜiehtig ’): denn dann hat <t «*in Inteivsse am geregelten Gott«'sdienst: d(‘1111 ein zwölfmoiiatlicher Aufenthalt weist auf die Absicht, hin, dauernd im Orte wohnen zu bleiben. Für die Waisen galt, durchweg der Grundsatz, dass sie nur zu solchen Ausgaben h«‘1׳a11grzogen werden, der iür sie ein«*n sichtbar vorliegendes Inteimsse hat*׳), «leshall) haben si«‘ gl «*ich falls zu gottesdi«־nstlichen Ausgaben beizutragen7). ') Mogilla III Anfang, Baba mez. 78b 106b; Tos. S. 222, Z. 1 u. öfter. גיזב•־. ף“, er war ein Mitglied der Vorstandschaft, vgl. Jer. Megilla 7<>b unten mit Tos. S. 224. Z. 20. Die dort;גיזברי heissen, werden hier פ״כסיש genannt — Als Erheber der Gemeindesteuern hiessen sie auch גבאים Taauith 24a w. oft. — Die Erheber von Staats steuern hiessen gewohnlich;מובסי Nedarim III, 4, Baba kamma 118 a/b. vgl. hierzu diese ״Monatschrift1871 ׳״, S. 499 tf.; s. noch. Jer. Bab. mezia 11 a. Baba kamma 94b, wo גבאים und ם ובבין neben einander Vorkommen. :ז) Vgl, S. (566. «) תורגמן (s. S. 674) vermutlich auch der Synagogendiener (חזן הבגפת) und die במינים (s. das). ף Vgl S. 642; Tosefta 8%, Z. 29 f. *I Baba b. 8a Ende Oittin 52a; Tos. S. 26, Z. 5. י) Tos. S. 26, Z. 3; Gittin 52a oben.