Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 13 (Oktober 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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508 Neeensionen und Anzeigen. denn Undank, wenn das Volk seine ungerechten Söhne nicht zu Richtern haben will, oder wollte-er diese ihm ausdringen? Es mißfiel ihm, weil er es im Zusammenhänge mit dem Heidenthume und gegen den mosaiscben Geist fand. Vgl. Mendels. Erklär, zur betreffenden Stelle im 5. B. Mos. — S. 22 scheint der Herr Vers, die Erscheinung Samuels bei der Todtenbeschwörung zu Engedi als Wirklichkeit zu geben. Aber wie würde Gott zu seiner Offenbarung sich so schmählicher in der Bibel verpönter Mittel und Werkzeuge bedienen? Würde dadurch nicht das Verbrechen unterstützt? In der Jugendbibel war es gewiß besser, der Erklärung des Samuel ben Chofni Gaon zu folgen, der dies Alles für Täuschung erklärt. Dagegen freueten wir uns sehr über die schöne und richtige Erläuterung der Stelle Könige II 3, 27, welche sich S. 71 bei Erzählung des Feldzuges des Joram gegen Moab findet. S. 83 wird beiläufig erzählt, daß Jesaja den Hiskia ans einer Krankheit gerettet hätte. Hier war aber Gelegenheit von der Kraft des Gebetes und des Gottvertrauens zu sprechen, während gerade die natürliche Heilung durch den Feigenumschlag von Jbn Esra zum 4. V. Mos. 21, 8 bestritten wird, dcr damit schließt והאמת היא כי נשגבה ממנו רעת עליון. S. 121 wird behauptet, daß die persischen Herrscher die Paschas von Juden stets aus den Inden gewählt, was aber nicht erwiesen ist, wenn auch mitunter Juden das Amt bekleideten, blnerwiesen rst auch, daß wie S. 148 behauptet wird, Jochanan Hyreau, nachdem er Sadducäer geworden, ״dem Volke die Ausübung traditioneller Vorschriften verbot, und ein Aufstand dadurch entstand, der mit Gewalt unterdrückt werden mußte". Wir wissen nicht, aus welcher Quelle dcr Herr Vers, dieses schöpfte. Josephus erzählt wohl Jochanan's Uebertritt aber nichts von Gewaltstreichen; nur die priesterlichen Verrichtungen ordnete er als Hoher- Priester nach sadducäischer Weise, und verbot hierbei bei Strafe der pharisäischen Vorschrift zu folgen. Diese einzelnen Bemerkungen glaubten wir mittheilen zu müssen, weil wir bei der Vortrefflichkeit des Buches wünschen und hoffen, daß bald eine neue Auflage nöthig werde, in welcher der Herr Verf. vielleicht manches hier Gesagte berücksichtigen dürste, so weit er es für richtig findet. Druck und Ausstattung sind sehr gut. In der Orthographie ist manches Veraltete, wie: bethen, Bothe, vorderhand; und die Schreibung der hebräischen Eigennamen nicht conseqüent. Warum Ziklak und nicht Ziklag? Warum Kajin und wieder Tubal-Kain, Nechabeam und Henoch? W. Landau.