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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 4 · p. Seite 249

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Finanzgeschichte der jüdischen Gemeinden in Polen
Date
1938-01-01
Page
Seite 249 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Beiträge zur Finanzgeschichte der jüd. Gemeinden in Polen 249 anderen Orten Polens sind in den 30er Jahren solche Ein- Schätzer zu finden. Die Einführung der Kopfsteuer, besonders aber ihre Festlegung im Jahre 1581, durch die sie der polnischen Judenschaft als Pauschalsumme auf erlegt und ihre Einziehung den Synoden und Gemeinden übertragen wird, wird endlich zur rechtlichen Grundlage der Steuerbefugnisse der Gemeinden* 2 3 * * *. Da die Kopfsteuer den einzelnen ohne Unterschied des Yermögens gleichmäßig traf, andererseits aber als Pauschalsumme gezahlt wurde, so mußten an Stelle der Unbemittelten, die ihre Steuer nicht zahlen konnten, die Vermögenden herangezogen werden. Die nach außen hin gleichmäßige Kopf- Steuer wurde nach innen gewissermaßen eine progressive Steuer. Auch andere ordentliche und außerordentliche Steuern (wie Nadelgeld, Stationsgeld, Krönungsgeld, Häusersteuer, Getränkesteuer etc.) wurden nunmehr den Gemeinden zur Einziehung übertragen; ebenso hatten sie die ,,Gehälter“ und ״Geschenke“ an Würdenträger und Geistliche, die diesen nicht nur bei außerordentlichen Gelegenheiten überbracht wurden8, sondern regelmäßig geleistet werden mußten, aufzubringen, sowie die Kosten für Soldateneinquartierung, ferner städtische Abgaben, Abgaben für das Recht, Handel zu treiben u. a. m., endlich die Beträge, die die jüdischen Gemeinden zur Deckung ihrer eigenen Unkosten brauchten: für Rabbiner, Lehrer, Bediente, für die Erhaltung der Synagogen, für arme Schüler und andere wohltätige Zwecke usw. Auch die Steuereinziehung selbst erforderte Kosten (für Beamte, Synoden usw.) Mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, mit der Verschärfung des Wirtschaftskampfes gegen die Juden, der Verarmung der Juden seit dem 17. Jahrhundert, der Häufung der 375. Istorija evrejskago naroda XI, Moskau 1914, 303 f. Russko-evrejskij Archiv III, Nr. 113. MGWJ 1913, 197 f. 2 In dieser Epoche entwickelt sich überhaupt die Autonomie der Gemeinden. Vgl. M. Schorr, Organizaya Zyddw w Poisce, Lemberg 1899, S. 5, 17 fBalaban, in Kwartalnik poswi^cony badaniu przeslosci zydöw w Poisce 1912, I, 2, 21—22. Vgl. auch Halperin in Zion, III, 54 ff. 3 Vgl. z. B. M. Balaban, Zydzi Lwowscy na przelomie, XVI i XVII w. Lemberg 1906, 332 ff.; derselbe in Kwartalnik ib. S. 39 f.; M. Schorr, Organizacya Zydow w Poisce 1899, 39 ff. Mion’atisiscbrift, 82. J ahrgan״ 17

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