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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 211 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 211 Add. '271482 im Original. Kurz verweilt VerL bei der Erscheinung der Zwangstaufen in außer spanischen Ländern; ausführlich geht er auf das Marranentum auf der pyrenäischen Halbinsel ein, wo es wie eine schleichende Krankheit viele Jahrhunderte hindurch bis in unsere Zeit sich fortsetzte und vielleicht erst in nächster Zukunft völlig zum Erlöschen kommt. Ausgangs« jahre waren für Spanien 1391 und 1492; für Portugal 1498 ■und 1536 (Ein* Setzung der Inquisition). Die rabbinische Responsenliteratur folgt auf merk« sam allen aus dieser Erscheinung sich ergebenden, religiösen, ehe« und ver; mögensrechtlichen Fragen; bes. Kidduschin, Gittin und. Jabmut. Sie ent* hüllt aber auch die in seelischen Tiefen sich abspielenden Kämpfe der Be« troffenen, ihr verschiedenes Verhalten nach Charakter, Zeit und Umständen. Lange war die öffentliche Meinung und so auch das Urteil der Rabbinen den Marranen günstig. Nach dem Vorgänge von Autoritäten, wie Raschid R. Meir v. Rothenburg und Rambam traten später R. Isaac b. Scheschet und R. Saadia b. Miaimun ibn Dänan für sie ein; Vertreter; der Familie Duran; bes. im תשבץ? die Gelehrten von Korfu und Kandia, von Saloniki und Safed; mit Einschränkung auch der sehr maßgebende R. David ibn Abi Simra, über dessen ״Leben und Lebenswerk'‘ eine Studie unseres Verfassers (Beilage zum Jahresbericht des Jüd.«theolog. Seminars Fränckel« scher Stiftung, Breslau 1933), eingehend unterrichtet. Der andauernde Ge« wissensdruck entfremdete zuletzt viele Marranen dein Judentum; was zuerst äußerer Zwang war, wurde Gewohnheit; viele suchten sich den neuen Glaubensstand günstig zu deuten; gar manche wurden zu heftigen! Ver« folgern ihrer treu gebliebenen Brüder. Eine schmerzlich harte Beurteilung durchzieht daher die spätere Responsenliteratur. Gestützt auf diese, be« reichert Zimmels unsere Kenntnis nicht nur des Marranentums, sondern der sefardischen Judenheit in weitestem Umfang, wie er bereits früher seine wertvollen ״Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland", Wien 1926, vorzüglich aus den Responsen des R. Meir b. Baruch v. Rothenburg ge« schöpft hatte. Ein alphabetisches Verzeichnis von Namen! von Anussim (S. 82—89) enthält zahlreiche von. bestem Klange; denken wir nur an Donna Gracia Mendesia Nassi und ihren Verwandtenkreis. Die Etymologie des Wortes marranos nach Zimmels (S. 2) מומר אכרם (unter Weglassung der eisten Silbe) ist nicht überzeugend, da sie der Bedeutung ״der Ver« wünschte" nicht gerecht wird. Freilich befriedigt auch Grätzens Ableitung (Bd. B3, S. 76 Anm. 2) aus 1. Kor. 1622 (— מחרם את) nicht, weil sie eine sprachliche Korrektur der gen. Stelle erfordert. ־■׳, Berlin«Grunewald. S. Samuel. Ernst Simon, Chajjim Nachman Bialik — Eine Einführung, in , sein Leben und! sein Werk. (Bücherei des Schocken«Verlags 37—38) 1935. Berlin. Dieses Büchlein ist trotz seiner volksbildnerischen Absicht zu einem selbständigen Versuch der Deutung des Bialikschen Lebenswerkes von hohem wissenschaftlichen Rang geworden, dessen Gültigkeit auch durch die vor allem an Erez Israel sich in den letzten Jahren häufenden Beiträge einer 14*

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