Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 2)
- Language
- German
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208 Besprechungen entstanden ist, und' der im Zusammenhang mit dem Elohisten und der Wirk« samkeit der nordisraelitischen Propheten, besonders Hoseas (S. 43), steht. Die prophetischen Ideen, meint W., waren in viel größerem Maße im Volke verbreitet, als man allgemein seit Wellhausen anzunehmen geneigt ist. Im Nordreiche war die prophetische Bewegung viel älter, aktiver und einfluß« reicher. Ihr Einfluß ist in E stärker als in J und im Deut als im Heilig« keitsgesetz (S. 198 ff.). Nach der Zerstörung des Nordreiches ist die Ver« bindung zwischen Nord und Sud stärker geworden, besonders zur Zeit Josias, der einen Teil des ehemaligen Bruderstaates an Juda zurückbrachte. Dies ist auch die Zeit der Verbreitung der religiösen Literatur des Nordens in Jerusalem und ihrer Kombinierung mit den judäischen Werken. Für die ältere Geschichte entsteht JE, für die Königszeit unser Königsbuch, der offizielle Psalter wird durch Aufnahme von nordisraelitischen Ps. erweitert, das Deut wird zur Reformschrift des Josia durch Hinzufügung von 121-7; durch die Revidierung der ersten! Kapitel wird es der judäischen Anschau« ung, daß die Einwanderung über Jericho ging, näher gerückt (205). Eine Änderung trat mit der Rückkehr aus dem bab. Exil ein. Die Heimkehrenden, welche ״must have resembled on a smaller scale the Zionist movement in our time" (206), haben im Gegensatz zu den in Babylonien Zurückgeblie« benen geglaubt, daß das Opfer wesentlich für die Religion ist. Mit der Er« richtung des neuen Altars wird das Deut verworfen, das Heiligkeitsgesetz wird zur Basis eines neuen Kodex, der den neuen Verhältnissen mehr ent« sprechen soll. Der Priesterkodex ist nicht in vacuo von einer Gruppe von Menschen in Bab. geschaffen worden, sondern ist in Palästina ent« standen (207). Die interessanten und nicht selten geistreichen Ausführungen W.s sind ausführlich dargestellt, ein verhältnismäßig kleiner Raum wird aber ihrer Begründung und Erhärtung gewidmet. Der Verfasser hat nicht nur die fast unübersehbare Literatur2 sehr mangelhaft ׳und unzureichend berücksichtigt, sondern für sein Thema wichtige Probleme, wie das Verhältnis des Deuts zum Buche Ezechiel, außer Acht gelassen. Es mag sein, daß! der Wunsch des Verfassers ״that the book has something to give not merely to specia« lists on the question of Deuteronomy but to all who are interested in He« brew religion" (S. VI), an diesen Unzulänglichkeiten mitschuldig ist. Das Buch darf allerdings für sich in Anspruch nehmen eine zum Teil neue Theorie, vielleicht auch keine schlechtere als die schon vorhandenen, auf« gestellt zu haben. E. Urbach. Hugh J. Schonfield: According to the Hebrews. Duckworth, London 1937. 272 pp. Wohl zum ersten Male wird1 dies Büchlein, welches so viel Unheil im Mittelalter angerichtet hat, hier einer objektiven Wissenschaft« liehen Llntersuchung unterzogen. Der Verfasser verwahrt sich energisch gegen jede polemische Absicht; vielmehr versucht er das Verhältnis der Toiedot Jeschu zur urchristlichen Literatur darzulegen; besonders aber liegt 2 Angeführt bei Baumgartner, Der Kampf um das Deut, Theologische Rundschau N.F. 1929 S. 7 und Hempel, Die althebräische Literatur S. 144.