Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / Fischer
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 515 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Besprechungen 515 lieh erfolgreichen und! wenig bedeutenden Mann zu überschätzen (S. 60 f., aber auch S. 25, 43—46). Die Dissertation ist, von den ״Biographischen Notizen" (S. 62 ff.) abgesehen, zweckmäßig gegliedert. Ein paar Kleinigkeiten, zum Beispiel die mehr journalistischen als wissenschaftlichen Bernerkungen über das Verhältnis des Zeitgenossen und des historischen Betrachters zu den Ereignissen (S. 26), stören, vermögen aber nicht, den guten Eindruck der Arbeit zu verwischen. Fischer. Frucht vom Baum des Lebens. Ozer (lies Ozar) Peroth Ez Chajim. Die Sammlung der Rechtsgutachten Peri Ez Chajim des Rabbiner Seminars Ets Haim zu Amsterdam. Zeitlich geordnet, ins Deutsche übertragen und in gekürzter Form herausgegeben von Menko Max Hirsch. Berlin- Antwerpen 1937. Es folgt ein hebräisches Titelblatt, eine Widmung und Einleitung. S. 1—10. Facsimile einer hebräischen Textseite und des hebräisehen Titelblattes der hebräischen Ausgabe Amsterdam nebst Übersetzung. Darauf folgt die auszügliche deutsche Übersetzung von 13 Bänden der Gutachten (S. 1—298 unter 953 Nummern). Am Schlüsse 3 Register (Seite 299—365) und eine Seite Druckfehlerverzeichnis. Druckfehler sind in den selten vorkommenden hebräischen Wörtern leider nicht selten. Der deutsche Text ist korrekt, aber Myrte wird konsequent mit th geschrieben. Schon die Beschaffung der Originalausgabe der 13 Bücher aus Bibliotheken und Privatbesitz war keine leichte Aufgabe. Sie erforderte jahrelanges Nachforschen. Hieran und an der Uebersetzung hat Hirsch seit dem Jahre 1928 gearbeitet. Die Drucklegung begann 1932 und wurde im Januar 1937 abgeschlossen. Die Ausstattung ist sehr vornehm und der Soncino-Gesellschaft, die das Buch für ihre Mitglieder herausgab, würdig. Menko Max Hirschs Unternehmen ist eine kühne Neuerung, die sich aber in Rücksicht auf die bedauerliche Einengung des Leserkreises für hebräische halachische Literatur rechtfertigen läßt. Übrigens ist der Ertrag der hier veröffentlichten Gutachten von hälachischem Standpunkte gesehen nicht allzu schwerwiegend. Es werden meist erbrechtliche und eherechtliehe Fragen behandelt, doch fehlt es auch an rituellen Fragen nicht. So wie die neue Publikation vorliegt, muß sie als kulturgeschichtliches Dokument gewürdigt werden. Die Leitung der portugiesischen Jeschiba Amsterdams — Hirsch nennt sie Rabbinerseminar — dient einem weitreichenden Interessenkreis. Marannen-Angelegenheiten und geschäftliche Fragen stehen im Vordergründe. Man sieht den weitreichenden Geschäftskreis der Juden in Amsterdam. Vom nahen Rotterdam und dem unweiten London gehen die kaufmännischen Verbindungen über Lissabon, Valencia, Venedig, Temesvar, Konstantinopel nach Palästina, z. B. Tiberias und Kefar Ako und über Indien. Seeversicherung will gegen Piratenschaden und Schiffsunglück schützen. Überseeische Artikel werden genannt: China-China, Flachs, Kaffee, Kakao, Olivenöl, Pfeffer, Pistazien, Waid und Zimt. Am häufigsten werden Mandeln erwähnt. Wir begegnen Gewürzhändlern, Edelstein- und Edelmetallhändlern, Juwelieren, Goldschmieden und deren Erzeugnissen, auch Klagen über