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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 6 · p. Seite 511

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1937-01-01
Page
Seite 511 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen 511 Dr. M. Grunwald. Vienna. Jewish Community Series. Philadelphia. The Jewish Publication Society of America. 1936. pp. XXIV 557 *+־ S., Dollar 2.25. Grunwalds Monographie über die Wiener Juden unterscheidet sich in mehrfacher Beziehung von den übrigen bisher erschienenen Arbeiten in dieser Serie, die Venedig, Frankfurt a. Main und London behandelten. Keine dieser Städte hat eine fortlaufende, ununterbrochene Geschichte, die der Geschichte der Wiener Juden gleichkäme. Hier wurde die erste Juden« gesetzgebung in Mittel-Europa gegeben, welche den Juden der österreichi« sehen Länder eine für das Mittelalter und für die Judengesetzgebung außerordentlich humane Stellung einräumte. Wien teilte aber auch das Schicksal der vorhergenannten Städte und leerte den Becher der grau« samsten Verfolgungen. Unter dem Einfluß des Antisemitismus wurde Wien die Geburtsstätte zweier Bewegungen, die das Weltjudentum bewegten und noch heute bewegen. I. S. Bloch und Theodor Herzl, der eine ein gali״ zischer, der andere ein ungarischer Jude, haben Wien zum Schauplatz ihrer Tätigkeit gewählt. Aber auch in religiöser Beziehung spielten die Wiener Juden eine wichtige Rolle. Schon im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit waren die Schulen Wiens und Nieder-Österreichs weit über die Gaue des kleinen Fürstentums gefeiert. Im vorigen Jahrhundert wurde, dank Mannheimer, Jellinek und Sulzer der Wiener Gottesdienst in Predigt und Gesang mustergültig für die Juden der deutsch-sprechenden Länder. Das Bet-ha-Midrasch — unter I. H. Weiß und M. Friedmann — und die Isr. theol. Lehranstalt lockten Jünger aus Rußland, Polen und Ungarn an. Diese Geschichte hat G. gründlich erforscht und glänzend dar gestellt. Er behandelt im׳ I. Buch 1. Die politischen Zustände unter den Babenberg״ sehen Herzogen, 2. unter den Habsburgern, 3. Gesetz und Wirtschaft, 4. Das innere Leben der Gemeinde, 5. das Ghetto. Das II. Buch bespricht: 1. Das Entstehen der zweiten Gemeinde in Wien, 2. das zweite Ghetto, 3. Die geistigen und moralischen Zustände, und 4. die Juden und ihre Umgebung. Das III. Buch beschreibt die dritte Gemeinde unter den folgenden Person« lichkeiten: 1. Samuel Oppenheimer, 2. Samson Wertheimer, 3. Diego de Aguilar, 4. Maria Theresia, 5. Joseph II. und 6.—7. die "Wirkung seines . Toleranzedikts. Das IV. Buch schildert die Periode, welche der März-Revo~ lution vorangegangen ist. Die Beschreibung dieser Epoche wird unter fol~ genden Gesichtspunkten gruppiert: 1. Mittelalterliche Einschränkungen, 2. Wiener Juden in der Armee, 3. Jüdische Steuern, 4. Der Wiener Kongreß, 5. Der Wiener Tempel, 6. Die Juden im Wirtschaftsleben Wiens, 7. Die Rothschilds, 8. Juden als Journalisten und 9. Ost und West. Das V. Buch bespricht die Revolution von 1848 und ihre Wirkung auf die Geschichte der Wiener Juden. Die Wirksamkeit Adolf Fischhofs, das Aufrollen der Judenfrage und die Presse werden eingehend besprochen und geschildert. Das VI. Buch behandelt die Periode der Reaktion. In dieser Zeit entfalten die Wiener Juden eine überaus reiche Tätigkeit in der Wirtschaft und Gesellschaft, in der Kunst und Literatur, Wissenschaft und Theater. Ferner gehört in diese Epoche die Entwickelung des Gemeindelebens und die Grün« düng diverser Institutionen. Das Werk schließt mit dem VII. Buch, das die

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