Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 2)
- Language
- German
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510 Besprechungen Gattungen gegliedert, die keramischen Gefäße, Elfenbeinschnitzwerke, Siegelsteine und Münzen, Grabmäler und Bauten, Malereien und Mosaiken, Gläser und Lampen in Palästina und der Diaspora auf sorgfältig und aus״• führlich beschrifteten 63 Tafeln vorgeführt. Der Verfasser hat, dem Zweck der Schrift entsprechend, nur das Anschauliche und Beispielhafte aus« gesucht, daher sind wohl die synagogalen Funde in Naro nicht gezeigt. Die Synagoge in Delos ist überhaupt nicht erwähnt. Den Malereien in Dura« Europos sind begrüßenswerter Weise fünf Tafeln gewidmet. Das 5. Bild bezeichnet Reifenberg: Mose schlägt Wasser aus dem Felsen. In zwölf Strömen fließt das Wasser zu den zwölf Zelten der zwölf Stämme Israels. In dieser Formulierung ist der Titel des Bildes unzureichend und nicht ganz richtig. Mose schlägt das Wasser nicht aus dem Felsen. Dargestellt ist in der Mitte des Bildes ein Brunnen, aus dem rechts und links je sechs Ströme nach den Zelten der Stämme fließen. Es ist der Doppelbach nach Ez 47, wo auch vom Tempel und anschließend von den Stämmen die Rede ist. Das Brunnenbild macht in der jüdischen Symbolik eine interessante Entwicklung durch. Ursprünglich ist es die Quelle Gichon bei Jerusalem, die durch zwei Kanäle (der jüngere ist der Siloa, 7. Jahrhundert), nach der Stadt ge« leitet wurde. Wasser aus dem Siloa wurde am Wasserschöpf fest im zweiten Tempel zur Wasserlibation auf den Altar des Tempels gebracht. Hier er« hält dieses Wasser bereits eine mystische Bedeutung. Es ist das belebende, befruchtende Wasser. Ez 47 und Sech 14 sprechen von dem Doppelbach. Durch eine Verschmelzung dieser Vorstellung mit dem Quell״ und Stabwunder Mosis entstand die Erzählung von der Teilung des Wassers in 12 Ströme für die Stämme beim Übergang des Roten Meeres, hzw. beim Quellwunder. (Ezekielus, zitiert nach A. Marmorstein, Comparisons betwen Greek and Jewish Religious Customs and Populär Usages in der Festschrift Gaster 1936, S. 420, wo auch andere Schriftquellen angegeben.) Die Dar« Stellung des Tempels und der Menora im Hintergründe des Bildes weist darauf hin, daß es sich hier nur um die spätere Abwandlung des Quell« wundermotives handeln kann. Unbekannt waren die vom Verfasser selbst auf genommenen spät« römischen Profanbauten in Nawe im Hauran (jetzt Naua; von Arabern be« wohnt). Jüdische Symbole, wie die Menora im Dekor, kennzeichnen diese Bauten als jüdisch. Sie sind von L. A. Mayer und von Reifenberg ent« deckt worden. Bemerkenswert sind die Reliefs mit Darstellungen von Tora« Schreinen aus der Sammlung Dormitio Jerusalem. Jedoch muß bestritten werden, daß der Toraschrein Taf. 31.4 den syrischen Giebel aufweist. Das horizontale Gebälk des Giebels ist hier nicht unterbrochen. Ferner ist Taf. 31.2 kein Fenster, sondern eine Nische, wohl die Nachbildung eines Toraschreines, vom Fries der Synagoge in Chorazin. Die 1933 ausgegrabene Synagoge in Esfia am Karmel ist mit einem Mosaik vertreten. Der auf 60 Seiten komprimierte Text gibt einen kultur« historischen Umriß der Epoche. Der Band ist mit feinsinnigen Worten von L. A. Mayer eingeleitet. Das handliche Buch wird für jeden eine will« kommene Gabe sein. Rahel Wischnitzer«Bernstein.