Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte des Münsterlandes : Nachträge zu MGWJ 1936, S. 106 ff. [Nachricht] / Lazarus, Felix
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 445 biete des Kölner Erzstifts und des Münsterer Hochstifts sich erst für das Jahr 1730 nachweisen läßt, so müssen doch schon vorher enge Bin« düngen zwischen den beiden Landesjudenschaften bestanden haben. Das beweist ein Gutachten des Frankfurter Rabbiners Jakob hakohen Popers (שב יעקב III. S. 118/9 vgl. Horovitz, ״Frkfter. Rabb.“ II S. 85 ff.). Danach hatte die Kurköln. Landesjudenschaft 1710 mit der Westfälischen einen Ver« gleich geschlossen, in welchem die Westfalen sich verpflichteten, zu den Abgaben ein Drittel beizusteuern. Das Übereinkommen fand auf der Grund« läge von 200 Thlrn. Stättigkeitsgeld und 1000 Rthlrn. Steuer statt. Als aber die Steuer in ganz ungewöhnlicher Weise erhöht Ward, weigerten sich die Kölner, das Abkommen hierfür gelten zu lassen. Vgl. auch MGWJ 1936, Anm. 21. — 2. Zu S. 111, Anm. 28. Herr Michael Fränkel in Breslau weist mich dankenswerter Weise auf die Vorrede des von seinem Ahnherrn Elchanan verfaßten Werkes .סדרי טר.רד, Frkft. a. d. Oder 1783, hin. Aus ihr geht hervor, daß E. die Berufung in das von seinem Vater innegehabte Kölner Amt angenommen und die Reise nach seinem künftigen Amtssitz Bonn bereits angetreten hatte, sich unterwegs aber durch die beweglichen Klagen der ihn begleitenden Danziger Gemeindemitglieder umstimmen ließ und nach Danzig zurückkehrte. E.s Urenkel (nicht Enkel, wie Lewin in ״Juden in Lissa“ S. 345, Anm. 1 schreibt), Elkan Rosenstein amtierte als Rabbinatsassessor 1826—1869 in Berlin. — 3. Fortsetzung der Arbeit er« scheint wegen Raummangels der MGWJ in der ZGJD. Besprechungen. Festschriften. Jüdisches in der §isic«Festschrift (Melanges S.) Zagreb, 1929. Dem führenden jugoslawischen Historiker F. Sisic widmen zum 60. Geburtstage über 80 Gelehrte des In« und Auslandes ihre größtenteils historischen Forschungen. Über die Rolle der Juden bei der preußischen Werbung in den Jahren 1722—1740 liefert der Aufsatz E. v. Lukinich' bisher unbekanntes Material. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. und namentlich der Kronprinz Friedrich hatten die Werbung ״langer Kerls“ auch auf Ungarn und Kroa« tien ausgedehnt. Das Geschäft besorgten Offiziere, und die Juden begnügten sich mit der Rolle des Auftreibens. Damit befaßten sich: Johann Salamon1, Isaak Salamon2 und Joel, auch als Joel Samuel Lewin erwähnt. Die 1 Verpflegungskommissar des Königs. Herr Dr. M. Stern, Oberbiblio« thekar in R. Berlin teilt mir freundlich über diesen mit: Johann Salamon hat kgl. Schutzprivileg im J. 1715 für alle preußische Provinzen, wohnt 1744 in Breslau, später ist er Schutzjude in Berlin, und ist am. 17. Aw 5507 (1747) gestorben. Mit Jochanan b. Salman Hausen war er Schwiegersohn des Berliner Ältesten Aron Cohn. 2 Ebenfalls Kommissar des Königs, vielleicht ein Sohn des Vorigen. Mit dem Berliner Schutz Juden gleichen Namens, dessen Vater, der Armee« lieferant Salamon Abraham 1730 gestorben ist, kann er aus chronologischen