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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1937-01-01
Page
Seite 253 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 253 Auf Einzelheiten möchte ich nicht eingehen, aber doch bemerken, daß in bezug auf מיי הזב לין S. 225 S. Klein gegen Samuel Krauss das Richtige erkannt hat. Die Quelle riecht, wie die bekannte Quelle von P’arad in Ungarn, nach Schwefelwasserstoff, wird vom Volk medizinisch verwendet und sollte mangels geeigneter Mineralwasser in Palästina geschäftlich verwertet werden. Gegen עמלצי ים Ps 7414 versucht Vf. die massoretische Lesart zu retten. Im Kapitel über das Meer ist die sprachlich und sachlich sehr interessante Stelle über Ebbe und Flut (B. r. S. 118 Theodor) übersehen. Ich habe diese Stelle in MGWJ 78:374 behandelt. Szeged. Immanuel Löw. Abraham Heschel. Die Prophetie. Krakau 1936. 194 S. (in Deutschland zu beziehen durch Erich Reiß Verlag, Berlin). Die Untersuchung Heschels stellt eine neue Theorie des prophetischen Bewußtseins auf. Das Motiv, der Inhalt der prophetischen Eingebung ist das göttliche Pathos, das sich in mannigfacher Weise als Liebe, Zorn, ja sogar als ״Depression“ äußert. Mit ihm tut Gott seine Stellungnahme kund zu dem, was auf Erden geschieht, insbesondere bei seinem Volk, das dei Grund seines Pathos ist. Das göttliche Pathos ist also veranlaßt, bedingt, aber in freier spontaner Weise und nicht nach Art der kausalen Notwendig* keit. Die Mitteilung, die Gottes Aufmerksamkeit (der Gegensatz zur כרנה) entspringt und' die einem Bedürfnis Gottes zu entsprechen scheint, ist die an den Propheten gerichtete Offenbarung. Gottes Wesen.ist undurchdringlich; der Prophet ist kein Philosoph, der sich einer* spekulativen Tätigkeit über״ läßt; a!n die Stelle der Erkenntnis tritt vielmehr das ״Verstehen“ (so רעת ה׳ vgl. Scheler, Spranger) als Ausdruck der Beziehung und der Beziehungsfülle, die zwischen Gott und Prophet flutet. Der glaubensfremde Begriff einer Gottesidee hat hier keinen Platz. Auf das Pathos Gottes antwortet der Prophet mit ״Sympathie“, er leidet mit am Leiden Gottes. Die Offenbarung wird dem Propheten zum Ereignis. H. analysiert das Ereignis (man fühlt sich an die Rosenzweigschen Analysen im Stern der Erlösung erinnert) und bestimmt es als Synthese von Wendung und Richtung. Wendung ist das ״Mitteilbar wer den des Transzen den ten“V Rieh״ tung der ״Prozeß der Mitteilung“. Während der Prophet im Hinblick auf das Gottespathos frei ist, ist er in dem ״Wie“, in dem ״Erlebnisformalen“ bedingt und unterliegt einer von Gott ausgehenden Nötigung (Jer 20a), die bereits bei der Berufung beginnt. Die Sympathie hat also einen komplexen Charakter, sie vereinigt Freiwilligkeit und gewaltsame Aneignung des Propheten durch Gott. Das Wesentliche der Offenbarung ist die Wendung Gottes zum Menschen hin. H. bezeichnet das mit dem schwierigen Kunstwort Anthro־׳ potropismus. Sein Instrument ist der Prophet, während als der Träger des Theothropismus der Priester im Kultus erscheint. Das Grunderlebnis des Propheten Ist der pathetische Gott. Diese An״ schauung zwingt den Vf. zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Philosophie und der ihr zur Last fallenden apathetischen Gottesvorstellung.

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