Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Ein Lösungsversuch
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 2)
- Language
- German
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P. Rieg־er: אשכנו ^Deutschland. 455 Hebr. nach arab. ,פרוד) BA Gottheil 284. BB 385. 1554. Das nur hier vorkommende פראתין wurde in תפורין, תפארין (Y תפר) entstellt:. ־״verlernt''. אשכנז Deutschland. Von P. R i e g e r. Jedem, der die nun vollendet vorliegende Germania Judaica durchblättert, muß es auffallen, daß in ihr der Artikel אשכנז fehlt. Allerdings bietet der den zweiten Teil der Germania Judaica einleitende Aufsatz Eibogens ״Deutschland'", der als Einführung in das Gesamtwerk gedacht ist, die Beantwortung der Frage, was eigentlich אשכנז bedeutet und seit wann dieses Wort die herkömmliche hebräische Benennung für Deutschland geworden ist. Diese Beantwortung muß. aber als unzureichend bezeichnet werden. Schon die einführende Angabe, daß im Talmud אשכנז mit ״ גדכמיאgleichgesetzt"" ist, ist durchaus irrig. Ebenso unrichtig ist die Angabe, daß ״dieses deutlich an Germania anklingende und oft auch so geschriebene Wort dem Namen Aschkenas Heimatsrecht verschafft und den Namen Alemania aus dem hebräischen Schrifttum verdrängt hat"". Tatsächlich wird im Talmud nirgends Aschkenas durch גרממיא bezw. נרמניא erklärt. In den beiden von Elbogen genannten Talmudstellen b. Joma 10a und j. Megilla 71b (und ebenso im Jer. Thargum zu Gen 10) wird Gomer durch גרממיא und Togarmah durch גדמניקיה ohne.Angabe des Tradenten gedeutet. Der Tradent scheint der Aggadist R. Berechja (4. Jahrhundert) gewesen zu sein; wenigstens erklärt er Gen. R. 37, 1 Togarmah durch נרמניקיה• Der palästinische Amoräer R. Chama bar Chanina (3. Jahrhundert) kennt und nennt ebenfalls dieses גרממייא של אדום (b. Megilla 6b, vergi. Jalkut Psalmen zu Psalm 140, 9 und Gen. R. 75, 9). Beide scheinen dabei bei Gomer an Carmania, das persische Kerman, und bei Togarmah an das nordsyrische Germanicia in Kommagene zu denken. Der palästinische Amoräer R. Samuel bar Ammi (Ende des 4. Jahrh.) findet ebenso wie Jer. Targum zu Genesis 10 (Gen. R. 73, 1; vgl. Jalkut Genesis 61) in Gomer Phrygien (אפריקי), in Magog Germania (גרמנייא) und in Togarmah Carmania; dagegen deutet er Aschkenas als Asia (pro-