Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine Erklärung zu Habakuk 3,4
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830022-2840474--54339-2840517- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
454 I. Löw: Ein Lösungsversuch hellste Stern im großen Bären). Dann hat sie aber die Gestalt des Mondes am 3- Tage; also die bekannte Sichelform mit zwei Hömem. £>arum heißt es im Dual מידו לו .1קרניים ist ebenso gebildet wie מימינו אשדת למו Deut 332. Bei der Sonderstellung, die Venus zwischen Sonne und Mond einerseits und den Sternen andererseits einnimmt (auch bei den Babyloniern; vergl. Jeremias, Altorientälische Geisteskültur 2, S. 338) und bei ihrer am Himmel des Orients besonders strahlenden Erscheinung sieht der Prophet in ihr einen Sitz der göttlichen Macht. Der Vers ist demnach zu übersetzen: ״Und der Morgen- (oder Abend-) stern wird hell sein wie das Tageslicht/seine beiden Hörner strahlen ihm zur Seite, er ist der [glanzvolle] Sitz seiner Macht." Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt/ daß auch Jes 62! עד יצא כנגה צדקה die Übersetzung: ״bis dein Recht [glanzvolll auf geht wie der Abendstem" einen besseren Sinn gibt als die mit ״Licht" (Duhm) oder ״Lichtglanz" (Buber-Rosenzweig). Ein Lösungsversuch. Von I. L ö w•־. ■ S. Liebermann-Jerusalem fragte mich kürzlich: TBK XI, 37025r b 118 תפורין, LA Tms und RSbA תפארין. Was bedeutet das Wort?- : :־'־“■; Das hap. legom. ist im Munde des rezitierenden Tanna entstellt. Um zur Lösung zu gelangen, muß man von der Sach e herkommen. Was kann dem Hirtenbuben zu freier Verfügung gehören? Der Schafpelz, den ihm der Herr wegen der kalten Nächte Palästinas als Teil seiner Löhnung geben muß. Dieser Pelz aus משכא דערבא (Audo) hieß syrisch פרותא (Modem Pal. 1 Der Herr Herausgeber macht mich auf den Ortsnamen עשתרות קרניים aufmerksam, der eine starke Stütze für die vorgetragene Ansicht bildet. Eusebius (angeführt bei Gesenius, Handwörterbuch, s. v. עשתרות) gibt an, daß die Astarte mit einem gehörnten Stierköpf dargestellt wurde; und in der Tat ist die Gestalt der Venussichel in den Tagen ihres größten Glanzes — sie ist sehr schmal und ihr Bogen durch Lichtbrechung gegen 270° groß — derjenigen des orientalischen Rindergehörns noch ähnlicher als der des Mondes. Die Ischtarp riest er müssen die Gestalt des Planeten gekannt, aber als ihr Geheimnis gehütet haben. Nach Talmud babli, Sukkah 2a lag עשתרות קרבים zwischen zwei steilen, offenbar hornförmigen Felskuppen, und das mag eben dazu geführt haben, den Ort nach Ischtar zü benennen.