Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d. Warthe
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 13)
- Language
- German
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B. Weinryb: Zur Geschichte des älteren jüdischen Theaters. 415 1852 wurde an Stelle der alten eine neue Synagoge erbaut und 1854 eingeweiht63. 1843 lebten in Landsberg 395 Juden, 1900 568, 1932 ca. 600, heute ungefähr 400. Die Einwohnerzahl Landsbergs betrug um die Mitte des vorigen Jahrhunderts etwa 12 000, um die Jahr״ hundertwende ungefähr 30 000 Menschen, heute etwa 56 000. Die jüdische Bevölkerung in Landsberg ist von über 3% der Gesamtbevölkerung im Jahre 1850 auf etwa 2% im Jahre 1900 und auf weniger als 1% in der Gegenwart zurückgegangen. Von den durch die neuesten Ereignisse verursachten Gründen ab״ gesehen wird diese Entwicklung auf eine Wanderung von Osten nach Westen und von der Kleinstadt in die Großstadt zurückzuführen sein. Zur Geschichte des älteren jüdischen Theaters. (Über die Leipziger Hs. des Ahasveros-Bsther-Spiels.) Von B. W einryb, I. Das älteste jüdische Ahasveros״Esther״Spiel, das bekannt ist, ist die Leipziger Hs. v. J. 1697* 1. Die Forschung über das ältere jüdische Theater müßte somit eigentlich von dieser Handschrift ausgehen; tatsächlich aber hat fast keiner der jüdischen For״ scher sie vor Augen gehabt2. I. Schipper schreibt in seiner Theatergeschichte3 von dieser Handschrift in einem Ton, aus dem nicht hervorgeht, ob er sie wirklich gesehen hat4. Es . 63 Vgl. Engelien, 298/299. 1 Das Ms. besteht aus 14 kleinen Rlätterny geschrieben mit deutscher Kursivschrift^ und ist in 1einem großen Folioband mit anderen Schrift״ stücken, hauptsächlich Briefen aus Wagenseils Nachlaß, zusammen gebunden. Dieser Band ist zusammen mit anderen Hss. aus Wagenseils Nachlaß in die Leipziger Stadtbibliothek gekommen (Hs. Nr. 35). 2 Wie man mir aus der Leipziger Stadtbibliothek seinerzeit mitteil;te, ist die Hs., soweit dies überhaupt festzustellen war, noch von niemand bearbeitet worden. Der genannten Bibliothek, die mir das Ms. freundlichst geliehen und zu veröffentlichen erlaubt hat, sei hiermit mein verbindlichster Dank zum Ausdruck gebracht. 3 1. Schipper, Geschichte vun jidischer Theaterkunst und Drame I—III (jiddisch) Warschau 1927/28. 4 Darauf hat schon seinerzeit I. Shatzky aufmerksam •gemacht (Philo״ logische Schriften des Jüd. Wiss. Instituts, Band! II, Wilno 1928, S. 257).