Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Protokolle der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, am 4. Juni 1936 [Nachricht]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 373 (sequence 3)
- Language
- German
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Protokolle 373 Die Zinsen aus dem Stiftungsvermögen wurden auch im Jahre 1935 mitverbraucht. Subventionen von Gemeinden und Organisationen waren kaum zu verzeichnen,, da sie durch den Beitrag der Reichsvertretung der Juden in Deutschland als abgegolten gelten. An Einzelspenden gingen nur 202.— Mk. ein. Der Erlös aus Schriften war infolge der erstmaligen. Abrechnung des 2. Halbbandes der Germania Judaica und der Arbeit von Lewkowitz: r;Das Judentum und die geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts“ höher als im Vorjahre. Die Ausgaben sind im Vergleich zum Jahre 1934 ziemlich unverändert geblieben. Der Kassenvoranschlag wird genehmigt, obgleich das Voraussicht״ liehe Defizit wieder ziemlich hoch ist. Vor allem ist der Reinerlös aus Schriften auf Grund einer Schätzung vom Verlag Marcus mit einer weit geringeren Summe eingesetzt worden. Der Verlag ist der Ansicht, daß es unmöglich sein wird, einen höheren Absatz zu erzielen, wenn die Gesellschaft sich nicht zur Herausgabe neuer Arbeiten entschließt. Schluß der Sitzung 1914 *Uhr. gez. Mittwoch- ׳ gez. Elbo ge n. Mitgliederversammlung vom 4. Juni 1936, 20 Uhr. Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung um 2034 Uhr und begrüßt die Vertreter von Körperschaften, der Presse, sowie die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste. Dann erstattet er den Bericht über das Jahr 1935 (vgl. den Geschäfts״ bericht auf S. 375 f.) und gedenkt in Verbindung damit der um die Gesell״ schaft besonders verdienten Herren Professor Dr. Ludwig Blau״Budapest, Verlagsbuchhändler Siegbert Karger״Berlin und Berthold IsraebBerlin, die im letzten. Geschäftsjahr verstarben. Die Versammlung hört die Erinnerungsworte stehend an. Der Schatzmeister erstattet den Bericht über die Finanzlage der Gesell״ schaft und richtet in Verbindung damit an alle Mitglieder die dringende Bitte, sie dadurch besser gestalten zu helfen, daß sich jedes Mitglied bemüht, im kommenden Geschäftsjahr der Gesellschaft wenigstens ein oder zwei neue Mitglieder zuzuführen, da es nur durch einen größeren Mitglieds״ kreis möglich sein wird, die Arbeiten im bisherigen Umfange fortzuführen. Die Kasse ist von den Herren Siegfried Elle und Rechtsanwalt Dr. Theodor Treitel geprüft worden. — Dem! Schatzmeister wird Entlastung erteilt. Der Mitgliedsbeitrag für 1936 wird wieder auf 10.— Mk. festgesetzt, der Beitrag für die Erwerbung der Rechte eines Immerwährenden Mitgliedes auf 300.— Mk., der Beitrag eines Stifters auf 1000— Mk. Der ermäßigte Beitrag für Rabbiner, Lehrer, Studenten und sonstige Interessenten, die nicht in der Lage sind, den vollen Beitrag zu bezahlen, wird wieder auf 6.— Mk. festgesetzt, und für langjährige Mitglieder, die aus finanziellen. Gründen auch diesen Beitrag nicht mehr aufbringen können׳, auf 3.— Mk. zur Deckung der Unkosten, die der Gesellschaft durch die Zustellung der Monatsschrift entstehen. Es liegt der Antrag vor, die Germania Judaica bis zum Jahre 1500 fortzuführen und außer der Monatsschrift alle anderen Arbeiten׳ vorläufig ruhen zu lassen. Der Schriftführer befürwortet im Namen des Ausschusses den Antrag trotz der besonderen Schwierigkeiten, die der Durchführung ent״ gegenstehen, mit der Maßgabe, die Zeit nur auf die nächsten! hundert Jahre, also bis 1348, zu begrenzen und für den Beginn der Arbeit einen! Betrag von 3000.— Mk. zu bewilligen. . Nach einer eifrigen Diskussion wurde die Fortführung der Germania Judaica einstimmig beschlossen. Weitere Anträge der Mitglieder wurden nicht gestellt.