Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Gründung und Privilegien der hebräischen Buchdruckerei in Frankfurt a. O.
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 1)
- Language
- German
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262 Bernhard Brilling■ Gründung und Privilegien der hebräischen Buchdruckerei in Frankfurt a. 0 Von Rabbiner Bernhard Brilling, Breslau. I. Der erste vollständige Talmuddruck in Deutschland erfolgte 1697 in Frankfurt a. O.1. Trotz dieser bekannten Tatsache und dem Umstande, daß die Frankfurter Druckerei neben der zu Dyhernfurth eine zeitlang die wichtigste Bücherproduzentin für das polnische Judentum war, hat sie bisher in der jüdischen Gelehrtenwelt doch noch nicht die Aufmerksamkeit gefunden2, die sie als die älteste3 hebräische Druckerei in Preußen (und dem Osten Deutschlands4) verdient hätte. Stand doch bisher noch nicht einmal das Wesen5 und das Begründungsdatum 1 Darüber s. M. Freudenthal, Zum Jubiläum des 1. Talmuddrucks in Deutschland MGWJ 42 (1898) S. 80 ff. 2 Über die Frankfurter Druckerei erschien außer der!eben erwähnten Arbeit von Freudenthal nur ein von C. W. Spieker verfaßter Aufsatz ״Zur Geschichte der jüdischen Druckereien zu Frankfurt a. O.“ im ״Frankfurter Patriotischen. Wochenblatt“ 1853 Nr. 51 u. 52. Dieser Artikel sollte eigent״ lieh in der von Spieker verfaßten ״Geschichte der Stadt Frankfurt“ er״ scheinen und wurde wegen Raummangels dort abgedruckt. S. Vorwort zum Aufsatz. Gründung und Privilegien sind hier ebensowenig behandelt wie bei B. Friedberg; der in seiner (1935 in Antwerpen: erschienenen) y7Geschichte der hebräischen Typographie in Mitteleuropa“ (hebräisch) Frankfurt a. O. einen, besonderen Abschnitt (S. 34 bis 51) gewidmet hat. F. benutzt als Quelle allerdings nur den Auszug aus dem oben erwähnten Spiekerschen Artikel, der 1900־ in der AZJ 64 S. 380/82 erschienen ist. Auch im ״Index Topo״Bibliographicus“ (Soncino-Blätter 1930, III, S. 250) von H. Meyer wird nur dieser Auszug unter Nr. 49c erwähnt. 3 In Frankfurt a. O. wurden zwar vereinzelt im 16. und 17. Jahrhundert vor dem Dreißigjährigen Krieg hebräische Bücher für christliche Theologen gedruckt, aber diese Druckereien haben mit der hier behandelten, wie aus dem weiteren Text hervorgeht, nichts zu tun. Über diese hebräischen Einzel״ drucke siehe Friedberg a. a. O. S. 34. 4 Auch in Schlesien war vereinzelt im 16. Jahrhundert hebräisch ge״ druckt worden. So in Öls (1529) und Hundsfeld (1543). Vgl. Brann ״Gesch. der Juden in Schlesien“ S. 167 ff. und1 S. 171. 5 Sogar dem Frankfurter Historiker Spieker war die eigentliche Be״ schaffenheit der Druckerei״Frivile$erv unbekannt. Er schrieb in seinem erwähnten Artikel darüber: ״Irgendein Professor gab seine Wohnung und Namen für ein gewisses Honorar zu der von einem« Juden gekauften