Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830018-2839968--53979-2840068- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Besprechungen 153 diesem Jahre erschien פענח רזא u. a. Außer dien׳ dort aufgezählten Tarno« poLer Drucken sind noch mehrere bekannt (vgl. Friedberg,, Toldoth Ha'd'ephus haibri be«Pölanja 1932, S. 99; vgl. jetzt auch Habermann,, Hade« fus ha«ibri be״Tarnopol in Al'im, hrsg. v, D. Frankel H H. 1 (1935) $. 24 ff.) In Laszczow wurde schon 1814 gedruckt, ebenso in Hrubieszow. B. Weinryb. Umberto Cassuto, I manoscritti Palatin! ebraici deLla Ribliotheca Apostolica Vaticana e la loro storia. Cittä del Vaticana, Biblotheca Apostolica Vaticana 1935 (— Studi e Testi 66) VIII + 181 S. nebst 2 TafeLn. Über die hebräischen Handschriften, die 1622 aus Heidelberg nach Rom kamen!, als Geschenk des Herzogs von Bayern Maximilian I. an den Papst Gregor XV.7 ist in dem Katalog־ Assemani Codices hebraici manuscripti Palatin o-Vaticani (Roma 1756) manches berichtet worden. Aus den Handschriften selbst haben N. R. Rabinowitz, Berliner und manche andere Mitteilungen gemacht. Ich selbst habe die Urlaübszeit mehrerer Jahrzehnte zur Anfertigung eines Kataloges verwandt, den nun Umberto Cassuto zu Ende führen wird. Die Geschichte der Palatinischen. Handschriften hat mit gänzlich un« zureichenden׳ Mitteln F. Lebrecht, Handschriften und erste Ausgabendes Babylonischen! Talmuds, I, Berlin 1862, zu schreiben versucht. Erst die Benutzung der Inventare durch Cassuto׳ konnte einen Einblick in die Ent« Stellung der Palatinischen Sammlung geben. Über diese Inventare handelt C. ausführlich auf S. 1—17 und druckt sie mit seinen Bemerkungen und Nachweisungem auf S. 107—163 ab. Ein beträchtlicher Teil der hebräischen Handschriften! der Palatina stammt aus der Bibliothek des Ulrich Fugger, des großen Augsburger Kaufherrn. Sie kamen 1567 nach Heidelberg und wurden 1584 testamentarisch der Palatina geschenkt. Diese Fuggerschen Handschriften stammen z. Teil aus dem Archiv der Jüdischen Gemeinde in Kreta. Ein anderer Teil war im Besitz des florentinischen, Humanisten Giannozzo Manetti (1366—1459), über dessen hebräische Studien und Bücher Cassuto in seinem vortrefflichen Buch Gli ebrei a Firenze nelPetä del Rinascimento, Firenze 1918, S. 275—277 berichtet hat. Nur einige wenige Handschriften wurden! von den Fuggern in Deutschland erworben. Es sind dies drei biblische Bücher, ein Gebetbuch und 2 Taknudtraktate. Außer den ehemaligen > Fuggerschen Handschriften besaß die Palatina bereits hebräische Handschriften, die bei der Vertreibung der Juden aus Heidelberg 1390 den! Juden abgenommen wurden. Sie schenkte Ruprecht II. der da« mals ,gegründeten Universität Heidelberg, die sie aber bis auf ein Talmud« exemplar verkaufte. Schließlich sind von Assemani etwa 43 Codices mit der Bezeichnung ״olim Palatin us“ versehen, von denen C. nachweisem kann, daß die Annahme eine irrtümliche ist. Sie stammen! zum Teil aus Besitz der Familie Rossello in Ferrara oder gehörten einem Gelehrten! namens Flaminio. Gute Indices erleichtern das Auffinden der Handschriften und der wertvollen Notizen. Für die Geschichte der Handschriften! d'er Vatika« nischen Bibliothek hat C. einen wichtigen und verdienstvollen Beitrag geleistet. A. Freimann.