Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 2)
- Language
- German
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152 Besprechungen ihrem Glauben an die Einheitlichkeit der Schrift, wesentlich mit denjenigen der heutigen Philologie übereinstimmen. So viel man im einzelnen aus den überaus sorgfältigen׳ und fleißigen Ausführungen R.s wird! :lernen können, so wird man doch den Abstand zwischen den Methoden der Mischna und den wissenschaftlichen, iih wesent״ liehen bereits von den Paschtani'm׳ des Mittelalters geübten, erheblich höher einschätzen müssen^ als er es tut. Dieser Abstand beruht nur zum Teil, etwa bei der Behandlung der Etymologien, auf echtem wissenschaftlichem Fortschritt, sondern weit stärker darauf, daß die Tannaim auf die Bibel ganz andere Methoden an wenden wolLenj, als ihre gleichgerichteten Nachfolger, die Amoraim, sie auf die Mischna angewendet haben: man denke, um nur das Nächstliegende herauszuheben, an Begriffe wie דרש (im Gegensatz zu •נזרה ש1ה, אסמכתא (פשט, aber auch an das Urgieren zahlreicher Worte, das sich in dieser Weise bei den Mischnaauslegern nicht findet. Wenn also ein Mann wie G. Aicher (Das A. T, in der Mischna 1906) die Methode der Tannaim als fremdartig empfindet und mit recht hämischen Worten! ablehnt, so darf nicht der Abstand der Erklärungsweisen als solcher bestritten oder verdunkelt werden^ sondern es ist zu zeigen, daß die Er״ klärungsweise der Tannaim sich z. T. aus ihrer Auffassung der Inspiration ergibt, z. T. aus ihrem Bestreben׳, die Bibel.- zur Grundlage des gesamten jüdischen Lebens zu machen^, überdies vielleicht aus einer gewissen Freude am geistreichen Spiel (vgl. meine ,, Alt jüdische Allegoristik“ 76 ff.), die dem Philologen fernliegt. Wenn R. bei der Fortsetzung seiner Untersuchungen, die er in Aussicht stellt, etwas mehr Gewicht auf die kulturpsychologische Erklärung legt, aus der sich dann die Rechtfertigung gegen Verständnis״ lose Angriffe von selbst ergibt, so wird man seinen Arbeiten mit Spannung entgegensehen dürfen. I. Heinemann. A. Tauber, מחקרים ביבליונרפיים, Ferusalem 1932, XII+104 S. 8°. (Supple״ ment zu ״Kirjath Sepher“ 9). Die Universitätsbibliothek Jerusalem wollte durch die Herausgabe einer Auswahl! der bibliographischen Arbeiten ihres vor kurzem verstorbenen. Bibliothekars Tauber dessen Andenken ehren. Vorausgeht eine kurze Biographie T.s mit Verzeichnis der gedruckten und hinterlassenen Schriften. Die größeren Arbeiten sind: Beiträge zur Ge״ schichte der Druckereien in Palästina (Aus Jerusalem, Gedenkbuch f. M. Lunz), in Polen (Die Drucke in Korez, Kirjath Sepher I) und über den Verf. der biblischen Konkordanz (ebendas. Bd. II).. Im ersten Aufsatz wird nachgewiesen, daß das erste Buch in Palästina nicht 1563 (Steinschneider, Frei״ mann), sondern 1577 erschienen ist. Bei der Behandlung der Korecer Drucke macht T. wertvolle Angaben über die poln. Druckereien überhaupt. In der letzten. Arbeit sucht T. gegen Sch. J. Rappaport und Grätz auf״ rechtzuerbalten, daß nicht Isaak, sondern Mordechai Nathan der Ver״ fasser der Konkordanz ist. Der Herausgeber Jaari weist in eckigen Klammem auf manche Fehler hin, die T. unterlaufen sind, und es ist nur bedauerlich, daß er dies nicht überall getan hat. So zu S., 17: die Druckerei in Tarnopol wurde nicht erst 1815 (תקג״ה) sondern 1812/13 begründet. In