Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 2)
- Language
- German
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466 Besprechungen wie die Menorah wiederholte Behandlung, als Symbol der Lehre, des Juden« tums und des Chanukkafestes. Hier aber bietet sich auch Gelegenheit, über die kultische Bedeutung hinaus auf die formgeschichtlichen und — tiefer — auf die kosmologischen Beziehungen einzugehen, die bei der Menorah obwalten; sie wird schon von Flavius Josephus als Bild des Weltenbaumes; erkannt. Hier sind gewiß Ansätze vorhanden zur symbolischen Gestaltung des jüdischen. Weltbildes, sie sind auch in den Tierkreisbildern der Mosaiken in der Synagoge zu Reth Alpha (6. Jhrdt.) wie in den messianischen Alle« gorien der sogenannten ersten Nürnberger Haggadah zu erblicken.. Aber man wird darum noch nicht von einer einheitlichen Symbolik des jüdischen Weltbildes reden können, wie man von! •einer christlichen Symbolik sprechen kann. Hier hat in der Tat die christliche Lehre von der Unwirklichkeit dieser irdischen Welt, von ihrer nur sinnbildhaften Existenz — die ganze Welt wird zum. symbolischen Zeugen! für die Wahrheit des Glaubens auf« gerufen — eine Symbolik geschaffen^ deren Einheitlichkeit und Geschlossen« heit am großartigsten in der Symbolik des Kirchengebäudes in Erscheinung tritt, da hier das christliche Weltbild mit dem Heilsplan der christlichen Lehre sich verbindet. (Vgl. Joseph Sauer: Symbolik des Kirchengebäudes.) Von einer derartigen Symbolik kann im Judentum keine Rede sein, da ja das Verhältnis zur Welt hier ein anderes ist. Auf diese bedeutsame grund« sätzliche Frage geht das Buch nicht ein, wie es auch — offenbar mit Ab« sicht ־־׳- die Symbolik des jüdischen Gotteshauses, der Synagoge, nicht be« handelt. Aber •es bietet doch eine derartige Fülle an tatsächlichem Material, an guten Abbildungen und zahlreichen, Hinweisen, gerade auch in den An« merkungen, daß es zur weiteren Forschung auf diesem Gebiete stärksten Anreiz gibt. So müßten u. a. die Beziehungen zur christlichen, Symbolik, von denen die Verf. nur gelegentlich (beim Lebensbrunnen S.. 61 und beim Phsyiologus Anm. 83/84) spricht, einer gründlichen Untersuchung unter« zogen werden. Hierzu hat die Verf. mit ihrem Buch •und ihren! zahlreichen Einzelforschungen wichtige Vorarbeit geleistet, für die ihr Anerkennung und Dank gebührt. Und mit dem Dank sei ein Wunsch verbunden: es möge bei einer Neuauflage ein alphabetisches Sach« und Ortsregister angefügt werden* das die Arbeit mit dem Buche erleichtert und zugleich deutlich macht, welcher Reichtum an Dingen und Gedanken in dem Buche steckt. Arthur Galliner. Zulay, Menahem: Zur Liturgie der babylonischen Juden, Geniza«Texte, herausg., übers, u. bearbeitet sowie auf ihre Punktation hin untersucht. X -f 90 S. 8°. Edelmann^ Rafael: Zur Früh ge schichte des Mahzor. Genizafragmente mit palästinensischer Punktation. VIII + 60 + 32 S. 8°. (Bonner oriental. Studien7 herausg. von P. Kahle und W. Kirfel, Heft 2, 6, Stuttgart, W. Kohlhammer, 1933/34). Jede Untersuchung von: Handschriften der Geniza fördert noch immer sehr viel Neues zu Tage. Nicht nur für unsere Kenntnis der langsamen und verwickelten Entstehung der Punktation, über die Zulay S. 21 u, 25, Edel«