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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 3 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 3
Article
Protokoll der Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums vom 12. Juni 1935 [Nachricht] / Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
Date
1935-01-01
Page
Seite 280 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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280 Protokoll Dr. Nathan Stein (Karlsruhe i. B.). — Professor Dr. Harry Torczyner (Jerusalem). — Rabbiner Dr. Hermann Vögelst ein (Breslau). — Professor Dr. Gotthold W ei l (Jerusalem). — Rabbiner Dr. S. W ei sse (Berlin. — Rabbiner Professor Dr. J. Winter (Dresden). Nach einer kurzen Pause hielt Professor Dr. Isaak Heinemann (Breslau) einen Vortrag über das Thema: ״Griechische Wissenschaft und Jüdische Frömmigkeit bei Maimonides“ Er führte u. a. aus: Die starke Spannung in Maimunis System ist dadurch entstanden, daß ihm Griechentum und Judentum nicht nur verschiedene Lehren und Autoritäten, sondern auch verschiedene vorbildliche Menschen typen darboten. Aristoteles verherrlicht den ßto<; tteu>prj־txö<;, dem der Logos das Wertvollste im Menschen, die Welt der vernunftdurchwaltete;)cöa|xoc;, mansch« liehe Erregung also Leiden,, ist. Im Judentum dagegen ist ידע emotional gefärbt (sein Organ ist das Herz); die Welt ist עולם, also Unendlichkeit; Liebe ist das höchste Ziel der Erziehung. Zwischen beiden Typen vermittelt Maimuni. Durch die an Plotin anknüpfende Lehre von der Unerkennbarkeit Gottes gibt er der Welt einen geheimnisvollen, dem Mensehen undurchdringlichen Hintergrund; dadurch rechtfertigt sich seine von Aristoteles’ Wissensstolz abweichende Schätzung der Demut; anstelle der ÖYja 1; v07}3suk; setzt er den Schöpfergott der Bibel. Wenn er trotzdem das Ideal des* ß0׳; ö-sttjp'/j-ixöc als Jude übernimmt, so tut er es?, weil das Denken die jüdische Religiosität gegen, Aberglauben und Fremdglauben schützt, zugleich aber der Frömmigkeit des Einzelnen, wie nach Bach ja, ihren, persönlichen Charakter, im Gegensatz zum Mechanismus unreflektierten Gehorsams, erhält. Aber folgerichtig festhalten kann er an der Hochschätzung der Theorie nicht; in der Lehre von der,•שמחה של מצול und der bis zur Raserei gesteigerten Gottesliebe sprengt die jüdische Lebensform offensichtlich die griechische Formel. Reicher Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen. Der Vorsitzende dankte dem Vortragenden und schloß die Versammlung um 21,45 Uhr. gez. E. Mittwoch. gez. I. Elbogen. Protokoll׳ der Ausschubsitzung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Berlin, vom Mittwoch, dem 12. Juni 1935, 21.45 Uhr> Berlin W. 62, Kleiststraße 10. . Anwesend: Elbogen, J. Freimann, Heinemann, Jaulus, Mittwoch, Spanier. Der Ausschuß konstituiert sich, und wählt aus seiner Mitte laut Satzung § 9 Absatz 2 und 3 den Vorsitzenden, den Schriftführer und deren Stellvertreter, und zwar die Herren: Professor Dn Eugen Mittwoch als Vors i t z e n d e n,; Professor Dr. Ismar E1 b o g e n als Sehr i f t f ü h r e r, Rabbiner Dr. Leo Baeck als; •'s t eil v. Vorsitzende n, Verlagsbuchhändler Siegbert K a r g e r als s t e 11 v. S c h r i f t f ü h r e r Schluß der Sitzung 22 Uhr. gez. E. Mittwoch. ־ gez. I. Elbogen. Die Gesellschaft für jüdische Familienforschung, Berlin W. 9, Tirpitzufer 22; fordert zur wissenschaftlichen Aufnahme jüdischer Gr a b s t e i n e auf. Sie hat •ein Merkblatt für diese Arbeit hersteilen lassen, das in der Presse zur Veröffentlichung gelangt, aber auch durch die genannte Ge- Seilschaft׳ zu beziehen ist. Wir empfehlen die Bestrebungen der Gesellschäft dringend der Beachtung Unserer. Leser. Die Schriftleitung. Unberechtigter Nachdruck aus demlnhatt, dieser Zeitschrift ist untersagt. Für den Inhalt verantwortlich: Prof. Dr. I. H e i n e m ä n n in Breslau. Druck: D r u c k e r 0*1 Sc h a t z k y, Breslau 5.

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