Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Brief des R. Moses an seinen Jünger Josef b. Jehuda ibn Aknin,
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
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82 Heinz Wolff Leuten einen Ruf zu erwerben. Vielmehr habe ich mich, Gott weiß es, in erster Hinsicht um meiner selbst willen! damit abgemüht, um! mich des ständigen Suchen« und! Forschens;zu entheben, das ich sonst ■nötig־ hätte. Im1 fortschreitenden Alter und um das Namens Gottes willen, habe ich1 ge״ eifert, ja geeifert für den Gott Israels, als ich sah, daß dieses Volk kein Gesetzesbuch mit klaren Entscheidungen ohne Kontroversen und ohne Irr״ tümer besitzt2. Was ich getan habe, tat ich nur zur Ehre Gottes: das ist mein erster Grundsatz. Ein zweiter Grundsatz: Mir war vollkommen klar, als ich dieses Kom״ pendium verfaßte, daß es zweifellos schlechten und mißgünstigen Menschen in die Hände fallen würde, die es in seiner Schönheit herabsetzen-, seinen Rang herabwürdigen und an ihm ihre eigene Schande oder die Hnzuläng״ lichkeit ihres Einblicks zeigen würden; daß es dem beschränkten ■Toren! in die Hand fallen würde, der das Maß der aufgewandten' Mühe nicht würdigen kann und es für wenig nutzbringend halten wirdv sowie dem Anfänger, der sich in Überstürzung und Wirrsal ergeht, dem Stellen schwer fallen^ weil er ihre Quelle nicht kennt, oder dessen Verstand nicht ausreicht, meinen Folgerungen zu folgen, endlich solchen», die sich gelehrt dünken und die darin enthaltenen Glaubenssätze angreifen — und dieser Typ wird in der Mehrzahl sein. Es wird aber ohne Zweifel auch einigen in die Hände fallen, ״von dem1 Überreste, dem Gott auf ruft zur Wahrheit und Rechtlichkeit“3; sie werden mit Verständnis und gründlichem Nachdenken würdigen! und er״ messen können, was ich geleistet und mir abgerungem habe. Du stehst unter ihnen an erster Stelle, und, wenn ich in meiner Zeit niemanden außer Dir hätte, es würde mir genügen. Indessen^ es sind schon Briefe von den Gelehrten Frankreichs und anderen gekommen mit Namensunterschrift und Ortsangabe derer, bei denen das Werk Verbreitung gefunden1 bat Sie drücken ihre Bewunderung über das schon Erschienene aus und verlangen von mir di© Vollendung des Werks. Es hat tatsächlich schon bis zu dien Enden der Erde Verbreitung gefunden. Es wurde mir berichtet, daß alle, denen es noch nicht zur Hand ist, nach ihm Verlangen trägem Das alles nun geschieht schon zu meinen Lebzeiten. In künftigen Zeiten aber erst, wenn Mißgunst und Herrschsucht auf gehört haben, werden, des bin ich sicher, alle Söhne Israels nach ihm allein begehren und ohne Zweifel jedes andere Buch beiseite legen, außer denjenigen!, die unbedingt ihr© Zeit vergeuden! wollen, ohne doch ihren Zweck zu erreichen. Dies ist der zweite Grundsatz, der besagt, daß ich mich über eine Sache nicht errege, auf die ich keinen Wert lege. 3. Grundsatz. Dieses Buch will sich nicht der Tora gleichstellen mit ihren Geboten, die den Menschen zur Wahrheit leiten!, auch nicht den 2 Di© kleinen Abweichungen im Text der beiden hebr. Übersetzungen sind nicht jedesmal angemerkt. - 3 Zitate aus Bibel! und Talmud sind in Anführungszeichen gesetzt, auf Quellennachweis ist verzichtet