Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 608 (sequence 2)
- Language
- German
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ÖÖ8 Besprechungen ״ Rhythmik, Schrifttafeln, Ausführungen über die Verwendung von Konsonanten als Zahlzeichen, über die Entwicklung der Vokalzeichen, über nichttiberiensische Akzentsysteme usw. Der Verf. hat zu einer Reihe von Fragen der hebräischen Grammatik bereits in Einzelaufsätzen Stellung genommen, die namentlich in der Revue des fitudes Juives erschienen sind und mit denen die wissenschaftliche Diskussion sich mannigfach auseinandergesetzt hat. Man kann es daher nur mit Freude begrüßen, daß er nuh auch dihe zusammenfassende Dar- Stellung gegeben hat, zumal da sie durch eine sehr umfangreiche, vielfach erschöpfende, sorgfältige Darlegung des Tatbestandes in überaus klarer Form ausgezeichnet ist. Doch ist mit dem, was der Verf. bietet, nicht jeder Wunsch befriedigt. In einem so umfangreichen Werk sähe man gern auch einen Abschnitt über die Geschichte der hebräischen Grammatik, Literaturangaben zu den einzelnen Kapiteln, Erörterungen über allgemeinere Probleme (z. B. das Verhältnis der massoretischen Aussprache zur historischen, die Nominal- Stammbildung und ähnliches), Hinweise auf andere Auffassungen und kritische Stellungnahme dazu. Abgesehen von einigen ganz vereinzelten Bemerkungen fehlt das alles; im wesentlichen trägt der Verf. ausschließlich seine eigene Auffassung vor. Am wenigsten befriedigt die Lautlehre, da die hier gegebenen allgemeinen Beschreibungen der Lautvorgänge den Tatbestand, wie er an anderen Stellen richtig vorgeführt wird, vielfach nicht erschöpfen und doch den Anschein erwecken, als solle die Darstellung vollständig sein. Z. B. heißt es in § 88 unter 3), bei der Auflösung doppelt geschlossener Silben sei der Hilfsvokal a statt e in den Nomina III. Gutt. und in der Mehrzahl der II. Gutt.; ,,les exceptions sont דיל& et ביין“. Hier fehlen die ל״א wie דלצא sowie לחם und רחם. in § 144 scheinen alle Fälle aufgezählt zu sein, in denen sich זר־ im Vorton behauptet; es fehlen jedoch die Fälle suffigierter Formen wie זרןניי oder ןאחב?י jn denen der dem e vorausgehende Vokal verflüchtigt ist. Es zeigt sich hier im großen, was sich im einzelnen auch in der Formenlehre (z. B. bei der Formulierung der Regeln über den Vokalwandel in St. cstr.-Formen, § 238—241) vielfach beobachten läßt, daß die Stärke des Verfassers mehr in der sorgfältigen Vorführung des Einzelmateriales als in der zusammenfassenden Formulierung der Bildungsregeln liegt. Eigentliche Versehen finden sich selten, z. B. stimmt es nicht, daß der Name ירושלם immer ohne י geschrieben werde (§ 211) oder daß die Suffixa י? und בד nie betont seien (§ 319, 323; s. dagegen הנני und 5הכני). Der Druck ist im ganzen recht gut und fehlerfrei. Nur die Vokal- und Akzentzeichen hebräischer Wörter sind vielfach so fein und .schwach gedruckt, daß sie kaum noch zu sehen sind, und die Stellung der Akzente ist nicht immer korrekt, da sie gern unter den S c.hl.u ß konsonanten einer Silbe verschoben sind, während sie unter dem Anfang s konsonanten stehen sollten. : Breslau. C. Steuernagel.