Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 371 Erläuterungen vor, von denen etwa drei Viertel unter seiner Anleitung ein in Jerusalem auf gewachsener Jemenite, Jeschaüoh Schaaltiel, zusammengebracht hat. Dankenswerter Weise hat er den Kreis des dabei zu berücksichtigenden Sprachgutes sehr weit gezogen und auch Bauern- und Wetterregeln (Nr. 258—266ל8 יל), Hausmedizin (53ל5 ,0ל), Abergläubisches (1268), Kinderreime (21365 ,5לל ,1ל) und Straßenhändlerrufe (213) aufgenommen. Unter den Sprichwörtern finden sich naturgemäß recht viele, die allgemein arabisch sind, eine Anzahl, die den Juden mit ihren muslimischen Mitbürgern gemeinsam, und nur verhältnismäßig wenige, die als spezifisch jüdisch schon in der Literatur nachzuweisen sind. Die Bodenständigkeit des von ihm gesammelten Stoffes bestätigte ihm ein bisher noch ungedrucktes Werkchen משל הקדמתי, in dem der vor mehreren Jahren in San‘ä verstorbene Dä‘üd a^-sarum Bibel- und Talmudzitate durch arabische Sprichwörter erläuterte; von dessen etwa 180 Nummern finden sich etwa zwei Drittel in seiner Sammlung wieder. Mancherlei volkskundliches Material ist noch zurückgestellt, um dem von E. Brauer vorbereiteten Buch ,,Die Ethnologie der jemenischen Juden“ nicht vorzugreifen. Sehr dankenswert ist der Nachweis von Parallelen aus anderen arabischen Sprichwörtersammlungen und bei jüdischen Sprüchen der Hinweis auf Levis Wb. Nur zu No. 122ל fehlt die genaue Parallele Mt 5,39; da eine Kenntnis des Evangeliums bei den Jemeniten ausgeschlossen ist, muß auch hier eine alt jüdische Quelle zugrunde liegen. Den Arabisten wird die der Sammlung vorangehende knappe Schilderung der Eigentümlichkeiten des Dialekts als Ergänzung zu dem ZS VIII 165 ff. gebotenen besonders willkommen sein. Gern wüßte man, ob die in § 11 geschilderte weitgehende Neigung, kurze Vokale zugunsten von Spiranten und vereinzelt sogar von Explosiven, die dann silbenbildend werden, aufzugeben, der allgemeinen Landessprache und nicht etwa nur dem Jargon angehört. Dann hätten wir als einen neuen Beweis dafür, daß die arabischen Dialekte Nordafrikas südarabische Eigentümlichkeiten bewahrt haben, also auch diese Vokalflüchtigkeit anzusehen und brauchten sie in Nordafrika nicht mehr auf berberische Einflüsse zurückzuführen. Wie vorsichtig man aber solche Eragen behandeln muß, zeigt die Ent- Wicklung von t zur Affrikata (m. Grundr. I, 132 i), die Basset in Nordafrika dem berberischen Substrat zuschreiben wollte, die sich aber nun nicht nur in Jemen (hier SXV, ZS VIIII, 180) sondern auch in Hebron (8. Bauer, Pal.-Ar. 8 § 5. 3 c) wiederfindet. C. Brockelmann. Löw, Immanuel, Die Flora der Juden, Band IV (Zusammenfassung, Nachträge, Berichtigungen, Indizes, Abkürzungen). Veröffentlichungen der Alexander Kohut Memorial Foundation, Band VI. Wien 1934, Verlag der Kohut-Foundation. XV + 40ל S. 8°. (Zu beziehen durch E. Damask, Wien VI, Getreidemarkt 15.) Mit diesem gewichtigen Bande hat der 80 jährige Altmeister der semitischen Pflanzenkunde, Oberrabiner Dr. Löw, den Schlußstein an das bedeutendste Werk seines Lebens gesetzt. Seit sechs Jahrzehnten hat er 24*