Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 469 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 469 Lande, anders denn in Rom, zu keinen tragischen Konflikten kommen konnte. Über den Inhalt des Newman’schen Buches belehren uns die zwölf Kapitelüberschriften: Allgemeine Verhältnisse (Bodenbeschaffenheit und dgl.), Eigentum am Lande, Pachtungen, Arbeiter und Sklaven, Methoden des Anbaues, Objekte des Anbaues, Viehzucht, Hausvögel, Bienenzucht, Fisch- und Vogelfang, Jagd; Mahlen, Backen und Fleischversorgung. Damit wäre die eigentliche Aufgabe des Buches erschöpft, doch wird in dankenswerter Weise in zwei Kapiteln auch das persische Steuerwesen behandelt, und zwar vornehmlich die beiden Arten Taska (Boden־) und Kraga (Kopfsteuer), daneben auch viele illegale Abgaben und Erpressungen. Die beiden Steuerarten hatten eigentlich den Charakter eines Loskaufes von der königlichen Macht, denn nach persischer Auffassung gehörte aller Boden dem Könige, wie ihm auch jeder Untertan zur Sklaverei verfallen war, bis eben durch jene Steuern eine Ablösung erfolgt war. Das geht aus vielen talmudischen Angaben deutlich hervor. Noch folgt ein Kapitel über das Verhältnis des j. Gesetzes zum Landesgesetze in dem bereits angedeuteten Sinne, daß nämlich das Landesgesetz die höhere Geltung hatte. Ein Index der Talmudstellen und ein Sachregister beschließen das ebenso nützliche als schön gedruckte Buch. Vorn ist auch eine Karte der Landschaft Babylonien beigegeben worden, nach J. Obermeyer bearbeitet, dessen Werk jedoch in richtigem Deutsch ,,Die Landschaft Babylonien“ heißt (und nicht — ens, wie es bei N. zweimal, sowohl im Vorworte als in der Bibliographie heißt). Auch fehlt die Jahreszahl (1929), nicht nur bei diesem Werke, sondern fast bei allen Werken, die N. anführt. Die bereits vorhandene Fachliteratur wurde fleißig benützt, u. a. Funk, Die Juden in Babylonien und Krauß, Talmudische Archäologie und Kadmonijot ka־Talmud. Mit beiden Autoren polemisiert hie und da unser Verfasser, nicht immer mit Recht. Was er an mir aussetzt (s. Seite 18, 24, 64), gedenke ich an anderer Stelle zu erörtern. N. geht mit lobenswerter Genauigkeit vor, nur in Note 5 zu Seite 35 (Letter of Sherira, Gaon III, 6; sic!) scheint etwas in Unordnung zu sein. Nur die sprachliche Fundierung des Buches muß ich als sehr schwach bezeichnen, so besonders in den zahlreichen persischen Amtstermini, die N. anführt, bei denen er sich meistenteils mit einem Hinweis auf Aruch und Kohut begnügt. S. Krauß. Isaac Benjamin S. E. Yalmda: Proverbia Arabica e libris et populi sermone conlegit in linguam Hebraicam transtulit commentario instruxit. Pars 1. A—H. Hierosolymis 1932. Misle ‘Aräb. Die in dem vorliegenden Bande vereinigten Sprichwörter sind ursprünglich von Yahuda nur aus Freude an dem Gegenstand zusammengestellt worden; aus dem erst später gefaßten Entschluß, sie im Druck vorzulegen, erklärt sich der fühlbare Mangel des Fehlens von Quellenangaben. Da die meisten Sprüche jedoch nicht literarischen Quellen entnommen, sondern aus dem Munde der arabischen Bevölkerung in Mesopo-