Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 2)
- Language
- German
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148 Bös prebhtiilgen für Wochentage, Sabbate, Pessäch utkV Schawuot, so adern überdies Texte von Btanimgbbeten uiid Piutim .in großer Zahl. Die Terminologie ist dutfchdüs alt, und auch die bisher bekanntgewordenen poetischen Texte weisen auf alte Formen der Liturgie hin. Die volle Veröffentlichung diesesAIänu- Skripts ist dringend zu wünschen; dabei wären auch S.' Schechters Randbemerküngen anzugeben und seine eventuellen Irrtümer bei der Abschrift zu benennen. — In der vorliegenden Schrift erhalten wir im zweiten Teil S. 84 ff. Mitteilungen aus den Texten, die wir nur begrüßen können, obwohl inzwischen einige derselben bereits bekannt sind־; Wenn wir von Texten absehen, von denen beachtenswerte Varianten mitgeteilt sind (z. B. ב׳ השחר S. 28 f.), sind zu nennen: das ausführliche Tischgebet (S. 92 ff.) und eine kurze Formel für Sabbateingang (S. 113), ein ausführliches •Nachtgebet (S. 106), zwei kurze gereimte Fassungen der Woehentagstefilla (S. 97 ff.), drei ebensolche für den Sabbat (S. 99 f.) und zwei piutisch äusgearbeiiete für Sabbat-Mincha (S. 101 ff.), piutische Bearbeitungen des Maariw für Sabbateingang (S. 105, •109 f.). Ferner werden Piutim mitgeteilt, ein Elia-Gesang für Sabbatausgang von Ah au b. Merwan (S. 115 f.j, ein Piut (S. 118 f.), den Verf. wohl mit Recht Jannai zuschreibt, u. a. Weniger belangvoll sind die Bemerkungen des Verf.' zu den Texten, zumal er nicht einmal äriinerkt, welche bereits veröffentlicht und. anderwärts besprochen sind; was ihn zu Fehlern verleitet, die 'vermieden werden konnten (so muß es S. 122 statt נבקע heißer! נבקש, wie Zunz, Litgesch. S. 46, und Heb. U. Colh Ann. II 223 zeigen). —Wenig ergiebig'ist der erste Teil (bis S. 79). Verf. geht der Anregung vori Zunz nach und will beweisen, daß dasvorliegende Gebetbuch von Men achtem b. Salomön־, dem Verfasser des Midr. שכל נזרב, um 1170 zusammengesteilt ist ('S. 13), allein das angeführte Akrostichori reicht als Beleg hierfür nicht aus, da■ das Büch, wie Israel Davidsbn inzwischen gezeigt hat (JQR׳ a. ä. O. 244 f.), auch ändere Akrosticha und andere literarische Hinweise enthält. In den Ausführungen über den italienischen Ursprung der Sammlung und den palästinischen Einfluß auf sie steckt viel Wahres, aber entscheiden läßt sich die Frage erst, wenn der Text vorliegt. Es v7äre zu wünschen, daß Verf. seine Absicht, mehr von diesem zu veröffentlichen, wahrmachte. Aber er muß dann doch mit besserer Vorbereitung und ganz anderer Sorgfalt an die Arbeit gehen. Gleich das zweite Wort dieses Buches ist ein Irrtum; der Turiner Brand fand nicht 1894, sondern 1904 statt, w׳ie Verf. auf S. 16 seiner Arbeit lernen konnte. S. 1 ist Zunz, Synagogale Poesie, 1865, angeführt, gemeint aber ist, Wie S. 6, die Literaturgeschichte. Zunz Ges. Sehr. III 3 f. blieben Verf. unbekannt, wie er auch die vielfachen Veröffentlichungen vöi1 liturgischen Texten in den letzten Jahren nicht kennt oder nicht berücksichtigt. Das sind Äußerlichkeiten, aber doch sehr störende. Schlimmer ist,‘wenn S. 14 die Bemerkung, daß פעבים ולהיות לכם in der Keduscha gesprochen wird, mit zweimal übersetzt wird.T Daß Verf.s Mitteilungen über Piutim höchst.unzulänglich sind, hat Davidson a. a. O. dargetan1. . . : , L Eib.ogen. 1 Vgl. auch Sehechters Erwiderung das. XXII 147 ff. v־