Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 616 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829983-2829990-2838014--51696-2838114- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Yanai 3× ep/1033832
OCR text
616 Besprechungen Das Wörterbuch ist in D.Yellins Universitätsseminar für mittelalterliche Literatur entstanden. Einem kurzen Geleitwort Professor ' J. Klausners und einführenden Bemerkungen des Verfassers folgt eine alphabetische Liste der pajtanischen Worte in sämtlichen bisher gedruckten Dichtungen von Jöseb. Jöse und J ann ai. Jedes Stichwort ist mit einer Er־ klärung versehen, jeder Satz, in dem es vorkommt, wird angeführt. Die übersichtliche Anordnung des lexikalischen Materials sowie die Prägnanz der Erklärungen verdienen uneingeschränktes Lob, selbst wenn man mit manchen Einzelheiten — namentlich in der Vokalisation — nicht einverstanden ist. Als Zusammenstellung sprachlicher Neubildungen in den auf S. XII f. genannten Stücken wird K.s Arbeit wertvolle Dienste leisten. Daß sie keine erschöpfende Behandlung von Jöse ben Jöses und Jannais Wortschatz bieten kann, versteht sich wohl von selbst. Jede neu hinzukommende Qeroba Jannais enthält mehrere pajtanische Bildungen, und die Auffindung und Veröffentlichung seiner Dichtungen ist noch nicht im entfernten abgeschlossen. Schreiber dieser Zeilen konnte zum Beispiel im Sommer 1931 unter den Cambridger Geniza-Fragmenten zahlreiche unbekannte Qerobas von Jannai feststellen; mehrere Texte des gleichen Dichters liegen in Oxford (Bodleiana) und Leningrad (Sammlung Antonin). Jöse b. Jöse ist in der Geniza mit manchem unbekannten Stück vertreten, wenn auch seine Autorschaft nicht immer feststeht. Ein umfassendes Wörterbuch zu Jöse und Jannai wird also erst nach Veröffentlichung des vorhandenen handschriftlichen Materials zu schreiben sein:. Aus K.s Vorrede geht u. a. hervor, daß er mit diesem Probeheft einem größeren Thesaurus der Pijjut־ Sprache Vorarbeiten wollte (S. VII). Er hält es für möglich, einen solchen Thesaurus herauszugeben, wenn er auch nach dem jetzigen Stand der Forschung hur unvollkommen ausfallen müßte; er hofft dennoch, daß die unvermeidlichen Lücken allmählich auf Grund von neuen Textpublikationen ergänzt würden. Nun gibt es allerdings verschiedene Grade von Vollständigkeit :^auf dem Gebiete des älteren Pijjut ist aber jetzt auch nicht ein Minimum zu erwarten. Die von K. erwarteten Nachträge würden den Umfang seines etwaigen Wörterbuches weit überschreiten! Denn für die übrigen Dichter behält das von Jannai Gesagte seine volle Gültigkeit: Schöpfungen von Männern, wie PInehäs b. Ja‘aqöb hak-Köhen, Jehüdä, 8im‘ön b. Megas, Jehösücä, Hedwätä üsw. sind zum großen Teil nur handschriftlich erhalten. Ja, sogar die sonst unbekannten Dichtungen Qalirs zählen in der Geniza nach Hunderten. Der geplante Thesaurus müßte aber außerdem die Ungeheure Menge der anonymen Stücke, den deutsch-französischen Pijjut, die hebräischspanische Poesie usw. berücksichtigen. Aus all dem ergibt sich, daß der Zeitpunkt für die Schaffung des Thesaurus leider noch nicht gekommen ist. Im Interesse der Wissenschaft kann K. nur geraten werden, die Verwirklichung seines Planes zunächst aufzuschieben und sich Aufgaben zu widmen, bei denen fest umrissene Teilgebiete erfaßt werden. J. Schirmann.