Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Verbindung der Prager Familien Oettingen-Spira (Wedeles) -Bondi
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 517 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Verbindung der Prager Familien Oettingen-Spira(Wedeles)־B0ndi 517 seines Lebens Rabbiner der Klaussynagoge war, und eine Tochter Bele, die Frau des Isak Salomon Bondi. Schifra war daher zwar nicht die Frau, wohl aber die Schwiegermutter des Tsak Bondi. Diese Feststellung können wir auch durch Akten belegen. Schifra hat dem R. David Oppenheim ein namhaftes Vermögen in die Ehe gebracht, das er selbst mit 9000 fl. angibt. Sie hat auch in ihrer Klugheit, die in allen ihren Handlungen zu Tage tritt, das Zusammenleben mit ihrem zweiten Gatten besonders durch eine Heirat inniger gestaltet, indem ihr Enkel Simon Isak Bondi die Enkelin David Oppenheims Genendl Tochter des Jonah Theomim1 zur Frau nahm. David Oppenheim hat deswegen seine Frau Schifra in seinem Testamente vom 26. August 17362 als seine einzige Erbin eingesetzt. Dieses interessante Testament bestimmt u. a.: ,, . . Was die Andacht gegen Gott den Allmächtigen zur Versorgung meiner Seele belanget, habe ich schon meinen Eheweib Schiffra und meinen Einzigen Sohn Joseph mündlich befohlen und trage zu ihnen Vertrauen, daß sie meinen gerechteil Befehl nachleben werden, und also wirdt ihnen auf dieser und jener Weldt wohl ergehen. Und weilen mein Eheweib mir ein ansehnliches Quantum zugebracht, alß lieget mir ob (wie vor Gott und Welt billig ist) dieselbe zu versorgen, umb alle Verdrüßlichkeiten zu vermeiden, wie auch die Prozeß und Unkosten zu verhütten. Und dieweilen mein Vermögen von Vielen Jahren her, sowohl wegen ausheyrathen meiner Tochter und Enikeln, auch anderen Unkosten, nicht münder Unterhaltung deren Studenten, wie auch anderen üblen Zufällen halber (wie notorium ist) sehr vergeringert und geschmällert worden, und also meine Capitalien ruinieret, folgsamb das wenige annoch überbliebene zur völligen Abstattung meines Eheweibs Ihrer ordinari und vermehrter Morgengaabs Summa nicht . . . zulänglich ist,, worauf Sie allbereits unterm Dato den 13. Aug. 1736 Stadtbücherisch versichert ist, annoch 1 In der Consignation 1729 wird bei ,,Genendl des Jonas Thomim Tochter“ angegeben: ,,Unterhalt vom Großvater“. 2 Liber Testimonium a. a. O. S. 173—176; LJA XX, fol. 274.