Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Elephantine-Mondjahr
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 6)
- Language
- German
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304 Ludwig Borchardt vor uns haben könnten. Im vorliegenden Falle wird durch die Schaltung nach 8 Jahren das Mondjahr gegen das Wandeljahr mit einem Fehler von 4 Tagen und gegen das Hundsstemjahr mit einem solchen von 2 Tagen ausgeglichen. Bei der ,,Oktaeteris der solonischen Zeit“ ist auch dieser Fehler von 2 Tagen durch Anordnung ,,hohler“ und ,,voller“ Monate fortgebracht, was bei der Elephantine-Schaltung mit ihren beobachteten, nicht willkürlich verlängerten oder verkürzten Mondmonaten natürlich nicht möglich war. Die ,,Oktaeteris“ verteilt auch die Schaltjahre verständiger, so daß der Anfang irgendeines Mondmonats sich nie so weit von seiner gewöhnlichen Lage im Sonnenjahre entfernt, wie das bei der Elephantineschaltung mit ihren aufeinanderfolgenden 3 Schaltjahren der Fall ist. Aber über die Behauptung, daß es den Anschein habe, als ob hier etwas wie eine Achtjahre-Schaltspanne vorliege, darf man nicht hinausgehen. Gewiß könnte man zwischen die festen Punkte unserer Liste Achtjahresspannen wie zwischen 6 und 10 bezw. 10 und 13 hineinrechnen, aber das wäre mehr oder weniger eine willkürliche Errechnung, der der Beweis, daß die Jahre in ihrem Wechsel von Gemein- und Schaltjahren wirklich so gelegen haben, wie da errechnet wurde, fehlt. Das Ergebnis aus der oben zuletzt gegebenen Liste ist also dürftig. Vielleicht kommt man aber etwas weiter, wenn man sich die Mondmonats- und möglichst die Mondjahres-Lagen für die in Frage stehende Zeit in einer zeichnerischen Darstellung übersichtlich veranschaulicht. Dazu ist die hier beigegebene Zeichnung (Bl. 1) entworfen, zu deren Erläuterung einige Worte genügen werden. Man denke sie sich als die Abrollung des Mantels eines graden Kreiszylinders, auf dem die Zeit als schwach geneigte Schraubenlinie herumläuft, so daß die gleichnamigen Tage des ägyptischen Wandeljahres1 senkrecht untereinander liegen. Die Schraubenlinie beginnt oben links mit Nab. 275, 1. 1. W. (= -473 Dez. 20.) und endet unten rechts vor Nab. 340, 1. 1. W. (= -408 Dez. 3.). Die senkrecht durchgezogenen Linien, mit 0. 1. W., 0. 2. W. usw. 1 Rechts und links von 0. 1. W. bzw. 5. Sch (alttag). W. ist noch der Übersichtlichkeit der Anschlüsse wegen je ein überschießender Streifen gegeben.