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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 141

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Aufklärung bei den Juden
Date
1932-01-01
Page
Seite 141 (sequence 3)
Language
German
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Zur Geschichte der Aufklärung bei den Juden 141 und zu Beginn der preußischen Herrschaft bildeten sie mit 8600 Seelen 1/g der Gesamtbevölkerung3:. Die preußische Regierung hob dann die einschränkenden Gesetze für die Juden auf, wodurch vielen die Möglichkeit zur Übersiedlung nach Warschau gegeben wurde; später (1799) setzte sie aber dieser Vermehrung polnischer Juden in Warschau durch die Einführung der Tagzettelabgaben wieder einen Damm2. Dieselbe Regierung begünstigte jedoch die Einwanderung preußischer Juden nach Warschau3 und in ׳diese Zeit fällt nun der Beginn eines engeren Kontakts der Warschauer mit den Preußisch-Berlinischen Juden. Ausgelassenheit und Verschwendungssucht des polnischen Adels, die in der letzten Epoche. des polnischen Staatswesens :zu Tage ״ traten, steigerten sich nach dem Zerfall dieses Staats- Wesens noch bedeutend4. Die größeren Ausgaben veranlaßten den .Adel, stärkere Forderungen an Bargeld zu stellen, wodurch das Bankgeschäft gewann. Neben den wenigen polnischen Juden, die dieses Gewerbe betrieben, eröffneten nun .preußische Juden ihre Bankgeschäfte in Warschau. Im: Jahre 1799 gab es in Warschau 19 jüdische Bankiers, die größtenteils aus Deutschland stammten5. Außer diesen größeren jüdischen Bankgeschäften waren aber noch eine ganze Reihe Juden als sogenannte Wechsler und Geld Verleiher tätig, unter denen sich wieder Einwanderer .aus Preußen befanden. Aber auch der Handelsverkehr zwischen Warschau und Berlin-Preußen nahm um diese Zeit zu6 und die jüdischen Kaufleute Polens: kanien; so mit den preußischen in engere Berührung; außerdem, eröffneten auch preußische Juden selbst in Warschau eigene Geschäfte. Diese preußischen Juden brachten ihre Lebensweise mit und konnten so im Sinne der Aufklärung wirken. So war es ein preußischer Jude, der die erste Synagoge mit einem modern geregelten Gottesdienst in Warschau 1 Jacobsohn in MGWJ. 1920, S. 221. 2 Nußbaum ebd. S. 41 ff. 3 Kempner: Rozwöj gospodarczv Polski od rozbioröw do niepodle glosci, Warschau 1924, S. 28; Balaban in ZGJD. 1929, S. 262. 4 Kempner a. a. O. S. 25; vgl. auch von der Brüggen: Polens Auf־ lösung, Leipzig 1878, S. 254. 5 Schatzkv in: Historische Schriften, hrsg. von E. Tscherikower, Warschau 1929, I, 427. * Kraushar: Kupiectwo Warszawskie, Warschau 1929, S. 26.

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