Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 470 (sequence 2)
- Language
- German
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470 Nr. 5; Bps tein, MGWJ 1919, 267 f., Anm. 2, wo der ,,Quellenwert“ des Garmolysehen Sendschreibens ins rechte Licht gestellt wird. Zu Nehar Pekod, S. 275 f., wäre auf die bei L e w i n, אוצר ד! גא דנים zu Sabbat I, S. 82, Nr. 265 angeführten gaonäischen Quellen •zu verweisen, in denen .נהר פקוד דבצדד genannt ist. Jerusalem. S. Klein. Zahnarzt Dr. Gabriel Nobel; Zahnheilkunde und Grenzgebiete in Bibel und Talmud. Neu bearb. u. mit zahlreich. Zusätzen versehen. Leipzig 1930. 140 S. Zu den sehr spärlichen Talmudquellen gesellt sich eine unübersehbare Flut von zumeist völlig überflüssigen Zitaten und Hinweisen aus allen Ecken und Enden, wie auch eine Ueberfülle von Exkursen, die das Thema fast verdecken und die Orientierung erschweren. Ferner wird auch immer wieder auf unzählige halachische Kommentatoren, Dezisoren und Responsen aus allen Zeiten und Winkeln zweck- und wahllos verwiesen, die aber, wie sehr viele Stichproben zeigten, zum Thema selbst gar nichts oder überhaupt nichts sagen. Wollte man auf alles eingehen, wo das Wort Zahn vörkommt, so müßte das wirklich schon ins Uferlose führen. S. 43 wird ,,auf das von מהרש״א im Namen des Wilnaer Gaon gebrachte ,Wort‘ zu Sabb. 76a verwiesen“; nun haben aber beide, abgesehen vom Anachronismus, weder miteinander, noch mit der Sache selbst irgendwas zu schaffen. Das sehr wichtige und dankbare Thema über den Defekt des Oberkiefers (beim Vf. heißt es Oberkieferbacke!) wird S. 69 nur kurz gestreift und auf Maimonides und die ,,diversen Kommentare“ verwiesen; trotzdem wird die bekannte medizinische Begründung des Maimoni (Erkältung der Lunge) S. 101 gar dem Chacham Zewi unterschoben. Zu Pes. 49b wird S. 30 auf Meharscha hingedeutet und trotzdem diese sehr einfache Talmudstelle grundfalsch übersetzt: ,,Nach Äkiba beißt der Hund die Knochen und zerbricht sie usw.“, obwohl auch aus Meharscha klar zu ersehen, daß der Esel es tut. Zweimal (S. 31 u. 46) wird gar auf Kizzur Piske harosch (ein Register!) zu Sabb. 16, 11 verwiesen, obwohl der Satz genau mit denselben Worten im Talmud Sabb. 21b zu lesen ist, daß man nämlich eine Schlange auch am Sabbat töten dürfe. Ein Arzt wird in der Mischna Sota 20a, wo doch offenkundig von Erstickung die Rede ist, unter גידין Blutadern verstehen, nicht aber, ,,daß die Sehnen im Gesicht anschwellen“ ( S. 25); wird in Sabb. 63 b Stutzen der Zähne und der Nägel nicht mit ,,Zahnextraktion bei Tieren“ verwechseln (S. 71); wird auch in חוטין keine Kapillargefäße (S. 104c) und in Nidda 25a keine Blutkörperchen suchen, denn all das ist ja nur unter dem Mikroskop zu sehen. ,,Die talmudischen Schedim Gespenster sollen mit den Bakterien eine frappante Aehnlichkeit haben“ (S. 84) darf in einem medizinischen Werke nicht Vorkommen, auch wenn es angeblich ,,allerdings von S. Krauß 1. c. Ip. 5 zitiert“ wird, was aber Ref. nicht finden konnte. Schließlich heißt es S. 47: ,,bei dieser Gelegenheit sei aufmerksam gemacht auf den gelungenen Schimpfnamen foetör judaicus, mit dem Schopenhauer den Spinoza bezeichnet“. Weiteres vorzuführen dürfte sicherübrigen. Technik und Korrektür lassen alles zu wünschen übrig. S. 60 heißt es gar: ״tot capites tot sensus“, statt B a c h e r wiederholt Baker usw. In den Anmerkungen herrscht heillose Verwirrung: die unter dem Strich werden durchweg mit einem Sternchen bezeichnet und haben gär oft mit dem Text gar nichts zu schaffen; von den numerierten fehlt zu Nr. 120—-137 der Text und zu Nr. 5 die Anm. (über Kaiserschnitt, obschon in Pagels Bibliographie alles zu finden war). Sehr häufig werden erstmalig erwähnte Autoren mit 1. c. näher angegeben. Viele Abkürzungen sind unverstündlich; auch darf man einen Kollegen nicht hämisch abgekürzt ״rühml. bek.“ nennen (S. 5). e wird, nach polnischer Aussprache, stets durch ej umschrieben; ejn bejn bejs wird niemand verstehen. Inhaltsverzeichnis fehlt. Die Arbeit ist übrigens schon wegen formaler Mängel und häufiger unangebrachter Apologetik auch in den Mitt. z. Gesch. d. Med. u. d. Naturw. 1931 S. 132 sehr ungünstig beurteilt ,worden. Budapest. Karl Preis. W. Lodder: Die Schätzung des Quirinius bei Flavius Josephus. Dörffling & Francke, Leipzig, Preis kart. M. 4,—-. Der Verfasser stellt sich die Aufgabe, die Schätzung des Quirinius, von der Josephus Änt 182g und Lukas 22 sprechen, zeitlich festzulegen. Josephus