Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 2)
- Language
- German
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393 1. betont. S. 7 Z. 8 vor arbeitet. S. 9 n. 1. Z. nicht skizziert. S. 15 Z. 8 vor diese 1. die. S. 88 Z. 15 Das 1. Es. S. 90 Z. 7 ausartet 1. übergeht. S. 92 Z. 22 das zu str. S. 142 Z. 14 nachdem 1. nachher, Z. 16 stellen, Z. 3 v. u.: von 1. aus. S- 147 Z. 10 Nahrung 1. Exkremente. Druckfehler: S. 122 Z. 25 Sundei. S. 104 Z. 4 vor Hippopotamus. S. 28 Z. 1 1. aber nicht.. S. 23 Z. 8 דמכם. Gegen die eigentümliche Interpunktion ließe sich manches sagen. Man soll aber nicht kleinlich sein und sich lieber über das reichhaltige, warme Buch freuen. Szeged. _ Immanuel Löw. אהלי יעקוב. Ausgewählte Aufsätze und Ansprachen von Jakob Rosenheim. 2 Bände. J. Kauffmann-Verlag, Frankfurt a. M. 1930. Jakob .Rosenheim ist als einer der Führer der gesetzestreuen Judenheit und gegenwärtiger Präsident der ,,Agudas Jisroel“ bekannt. Anläßlich der Vollendung seines 60. Lebensjahres erscheint eine Auswahl seiner Aufsätze und Reden; sie sind — abgesehen von einem Artikel — in dem Vierteljahrhundert zwischen 1904—1929 entstanden. Während in der ersten Abteilung ״Von jüdischer Lehre und Weltanschauung“ der Religionsphilosoph zum Leser spricht, kommt in der zweiten Abteilung des ersten Bandes ״Vorn jüdischen Gemeindeleben und Erziehungswesen“ sowie im ganzen zweiten Band — ,,Zur innerjüdischen Politik in Deutschland“, ,,Zionismus und jüdische W e 11 p 0 1 i t i k“, ,,Agudas Jisroel“, ״Um das heilige Land“ — vor allem der Politiker und Organisator zu Wort. Ein Anhang ״Gestalten“ gibt Nachrufe und Gedenkworte zu Ehren verdienter, zumeist Frankfurter Persönlichkeiten wieder. Wo immer der Leser das Werk aufschlägt, fühlt er sich gefesselt von der Meisterschaft der Sprache, dem Feuer der Begeisterung, dem sittlichen Ernst,'dem reichen Wissen und der Fülle und Tiefe der Gedanken. In Samson Raphael Hirschs Gedankenwelt wurzelnd, setzt sich Rosenheim mit den geistigen Faktoren, großen Bewegungen und bedeutenden literarischen Erscheinungen auseinander, die während der letzten Jahrzehnte innerhalb des Judentums entstanden. Er sucht das im Sinne der Ueberlieferung Positive und Verwertbare aus den wichtigsten Strömungen im Geistesleben der zeitgenössischen Judenheit heraus und beantwortet die Frage, ״ob und wieweit sie in dem großen, breiten Strombette des überlieferten Judentums ihre berechtigte Entwicklung finden könnten.“ In der Aufsatzfolge ״Beiträge zur Orientierung im jüdischen Geistesleben der Gegenwart“ werden die Anschauungen Martin Bubers, Hermann Cohens, Jacob Klatzkins beleuchtet, zergliedert und auf ihre Geltung gewertet; ebenso wird zu programmatischen Schriften Emil Cohns (״Der Weg zum jüdischen Leben“) und Franz Rosenzweigs (״Fr. Rosenzweig und die Orthodoxie“) Stellung genommen. Mit klarem Blick weiß Rosenheim die Schwächen der gegnerischen Anschauungen herauszufinden; daß er dabei der gedanklichen, wissenschaftlichen Leistung jener Denker nicht immer volle Würdigung zuteil werden läßt, kann bei den Absichten, die er mit seinen Artikeln verfolgt, nicht wundern. Gegenüber dem Vorwurf der ,,Erstarrung der Orthodoxie“ tut Rosenheim besonders in ״Abrahamitisches oder Mosaisches Judentum“, immer auf sein Vorbild Hirsch sich berufend, dar, ״wie die Erfüllung des Gesetzes zum höchsten geistigen Erleben, zu einem Anliegen freiester, liebeerfüllter Erhebung der Seele gestaltet werden könne.“ Und in einer Zeit, in der unter den Jüngeren ein starker mystischer Zug zu finden ist und Hirschs ״Derech-Erez-Prinzip“ angefochten wird, betont er die Möglichkeit und Notwendigkeit sinnvoller Weltauffassung für den Thoratreuen. In diesem Zusammenhänge ist die Abhandlung ״Die Wurzel des Aesthe tischen“, zuerst 1925 im Sammelbuch zu Ehren Nathan Birnbaums erschienen, hervorzuheben, eine Reihe von Bemerkungen zur Grundlegung einer jüdischen Aesthetik. Ein interessantes Beispiel für die Vereinigung von Thora und Derech-Erez (im Sinne außerjüdischer Wissenschaft) bilden die geistvollen Aphorismen zur Grundlegung der jüdischen Ethikim Geiste S. R. Hirschs, die in manchem Leser ein Bedauern aufkommen lassen mögen, daß sich Rosenheim nicht mehr auf dieses Gebiet verlegt.