Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 380

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Zu Deut 16, 17
Date
1931-01-01
Page
Seite 380 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829975-2829981-2837063--50738-2837164
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

380 ״wie . . . so“ oder ״so . . . wie“ tritt allerdings häufig auf1. Aber daß das erste כ die Bedeutung ״so soll sein“ besitze, ist mir nicht plausibel. Demnach ist bei der oben zitierten und auch in meinem Kommentar vertretenen Auffassung zu bleiben, wenn der über־־ lieferte Wortlaut wirklich der originale ist. Hinter dem vorangehenden Prädikat ״er soll erscheinen“ liegt aber die Vermutung nahe, daß ursprünglich gemeint war: ״jeder mit der Gabe seiner Hand, die entspricht dem Segen usw.“ Ein Verschreiben des ähnlichen ב statt כ ist aber gar nicht selten vorgekommen. Vgl. die lange Reihe von Belegstellen, die ich im Genesiskommentar (1925) bei 126 gesammelt habe[ Auch Beth concomitans ist aber bekanntlich ein häufiges Äusdrucksmittel, wie z. B. aus meinem Hebr.-aram. WB. (1922), S. 32b ersehen werden kann. Nachträge zu Lewys ״Beiträgen zu Bibel und Volkskunde“ Von S. Rappaport in Wien. Zum Abschnitt ״Zur jüdischen Ethik“ S. 22 t Rabbinische Belege für den Gedanken der Scheu vor Beschämung Armer sind: Mischna Taanit IV, 8: Es gab keine größeren Freudentage in Israel als den. 15. Ab und den Jom-kippurtag, an dem die Mädchen Jerusalems auszogen in weißen Gewändern, die sie geliehen hatten, um diejenige, die keines hat, nicht zu beschämen (dazu babli Taanit 31a); ferner babli Pessachim 82 a: Das rituell unrein gewordene Pessachopfer muß vor dem Tempel auf dem Tempelholzstoß verbrannt werden, nicht aber auf dem im Privateigentum des Opfernden stehenden Holz, um diejenigen, die kein eigenes Holz besitzen, nicht zu beschämen. Der Gedanke, die donatio propter nuptias einheitlich festzusetzen, ״um die Armen, die nur die Mindestsumme zahlen können, nicht zu beschämen“, wird freilich T. Keth. 54 b ausdrücklich abgelehnt. Zum Abschnitt ״Zu jüd. Bräuchen“ S. 24. Zum Brauche, bei den Toten Lichter anzuzünden, vgl. die Agada: ״R. Josua ha Garsi und der Prophet Elia trugen den toten R. Akiba . . . bis zu einer Höhle; die Höhle öffnete sich und sie sahen darin ein Bett, eine Bank, einen Tisch und einen Leuchter; sie legten R. Akiba auf das Bett und gingen davon; als sie weggingen, da schloß sich die Höhle und die Kerze am Leuchter entzündete sich.“ Midrasch Mischle 9 § 2 ed. Buber, S. 62; Jalkut Mischle § 944. Es ist aber zu erwägen, ob solchen Agadot die Vorstellung Seele-Licht zugründe liegt oder eher die Vorstellung, daß die Toten, und ganz besonders so hervorragende Tote wie Adam, Aharon, R. Akiba, eine vollkommen häuslich ausgestattete, also auch mit Licht ver- 1 Alle Stellen verzeichnet meine Komparative Syntax der hebräischen Sprache § 318 und 371.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.