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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 318

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 318 (sequence 1)
Language
German
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318 Festschrift zu Simon Dufonows siebzigstem Geburtstag, herausgegeben von Ismar Elbogen, Josef Meis 1, Mark Wischnit zer, 1930. Jüdischer Verlag, Berlin, 295 Seiten. Die zum siebzigsten Geburtstag Simon Dubnows erschienene Festschrift enthält 24 Beiträge. Sie sind mn Zeichen der Anerkennung und Verehrung, welche der ausgezeichnete Historiker mit Recht in der gesamten jüdischen Welt genießt, auch von seiten derjenigen, deren Anschauungen über jüdische Geschichte und Geschichtschreibung andere sind als die seinigen. Von Festschriften sollte man eigentlich verlangen, daß alle Beiträge auf der gleichen wissenschaftlichen Höhe stehen wie die Arbeiten dessen, dem sie gewidmet sind; lieber wenige, aber vollwertige Gaben! Es fehlt in unserer Literatur nicht an solchen Festgaben. Andere Festschriften wollen lieber durch die Zahl ihrer Mitarbeiter und die Ausdehnung des behandelten Stoffkreises ein Bild des Einflusses und der Wertschätzung des Meisters geben, das ihm sonst nicht so geschlossen vor Augen tritt. Der kritische Betrachter wird hier oft mehr den guten Willen als die Gabe selbst anzuerkennen genötigt sein. Wo auf naturgemäß beschränktem Raum so viele Mitarbeiter zugelassen sind wie in der vorliegenden Festschrift, können von vornherein die Beiträge gar nicht gleichwertig sein. In der schönen Uebersicht, die Elbogen an erster Stelle in großen Zügen von der Entwicklung der jüdischen Geschichtschreibung von Graetz bis Dubnow in allen Ländern gibt, erfreut besonders noch die kritische Ein- Stellung zu den wissenschaftlichen Grund anschauungen ihrer Hauptträger. Wenn er zusammenfassend feststellt, daß die jüdische Geschichtschreibung mehr und mehr in die Hände wissenschaftlich geschulter Fachmänner übergegangen ist, so sei hier noch besonders unterstrichen, wie sehr wir uns jetzt vorsehen müssen, daß nicht wissenschaftlich geschulte Fachmänner aus anderen Gebieten ohne ausreichende Kenntnis der einschlägigen jüdischen Literatur sich auf das Gebiet des Judentums im Allgemeinen und der jüdischen Geschichte im Speziellen wagen. Die beiden folgenden geschichtsphilosophischen Betrachtungen von S t e i n b e r g und R a b i n geben der Festschrift eine besonders wertvolle Note. Sie liegen in der Richtung Dubnowscher Methodik, wobei sie freilich mit erfreulicher Offenheit gerade zu seiner geschichtlichen Auffassung kritische Stellung nehmen. Gegen diese wissenschaftlich tiefschürfenden Abhandlungen kommt B u b e r s bekannte Rhetorik in einer Rundfunkrede über das Judentum und die neue Weltlage nicht auf. Rawidowicz stellt in interessanter Weise neben alle diese Leitideen die eines Bahnbrechers der jüdischen Geschichtsforschung, Nachman Krochmals, ohne zu überzeugen, daß die moderne Forschung noch immer einen Gewinn aus seinem Geschichtsbild ziehen könnte. R a h e 1 Wischnitzer versucht zum ersten Mal ein Bild der jüdischen Kunstgeschichtschreibung aus dem naturgemäß dürftigen Material zu zeichnen. ,Dagegen ist es erfreulich, zwei wertvolle Arbeiten aus der früher wenig beachteten jüdischen Wirtschaftsgeschichte vorzufinden, eine von Wischn i t z e r über die Stellung der Brodyer Juden im internationalen Handel des 18. Jahrhunderts und eine von Posen er über einen französischen Wirtschaftschöpfer Lippmann Lippmann de Baccarat. Kritische Stellungnähme zu Einzelfragen der jüdischen Geschichte bietet Tykocinski, der sicherlich mit Recht in den Märtyrerlisten des 1. Kreuzzuges Steinherz gegenüber an der Lesart Sala gleich Halle festhält, und Wachstein, der für die rabbinische Tätigkeit des Löwe b. Bezalel die bisher unsicheren Daten festlegt. Balaban, Lewin, Gelber, Jacobson behandeln Ausschnitte aus der polnischen und russischen Geschichte, Freimann stellt die Nachrichten über die Juden in Xanten zusammen. Eine besondere Ehrung für Dubnow bedeutet es, daß auch aus Italien, Frankreich und England sich Mitarbeiter an der Festschrift gefunden haben, von denen die ersteren Beiträge aus der Landesgeschichte liefern, der Engländer Goodman aus den handschriftlichen Schätzen des Montefiore-Kollegs über einen italienischen Montefiore des 18. Jahrhunderts. In die Geschichte des 19. führen Kober und Freund hinein, jener über Geiger, dieser über Sachs Charakteristisches berichtend. Von Interesse ist der Beitrag, den M e i s 1 zur Damaskusaffäre mit Dokumenten aus dem preußischen Geh. Staatsarchiv über die Haltung der preußischen Vertreter im Orient beisteuert. Damit die zionistische Note nicht ganz ausfällt, bietet Schorr

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