Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Encyclopaedia Judaica [Nachricht] / Wischnitzer-Bernstein, Rachel
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829975-2829980--50630-2837029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
307 Herr Dr. I. Sonne hatte geschrieben: ,,In den Siddurim sind dort (in Mantua) zum ersten Male (1557) die Figuren der Mazza und Maror in der Haggadah eingeführt, die von nun an in allen Haggadot und Siddurim des italienischen Ritus Vorkommen“. Aus diesen Worten gewinnt man den Eindruck, als ob Darstellungen von Mazza und Maror im Mantuaner Siddur zuerst Vorkommen, vorher also unbekannt waren. Demgegenüber habe ich auf den Soncino-Machsor, die Prager und die handschriftlichen Haggaden hingewiesen. Herr Dr. Sonne ergänzt jetzt seine Feststellung: ,,Ich meine natürlich bloß diejenige Darstellung von Mazza und Maror, die dann traditionell wurde“. Gemeint ist also nicht das Vorkommen, sondern eine bestimmte Form der Darstellung. Nun finden wir in der Mantuaner Haggadah von 1560 und der Venezianer Haggadah von 1629 Holzschnitte mit Bildern der beiden Symbole des Pessach, jedes von einer Hand gehalten. Die Darstellung des Mazza als runde Zierscheibe und des Maror als Rankenstrauß, wie wir sie hier sehen, ist nur aus dem Vergleich mit den vorangegangenen mittelalterlichen Darstellungen zu verstehen. Auch das Mazzabild im Machsor Romi ist ein Glied in dieser Entwicklung. Die Bibliographie der Haggadah von S. Wiener verzeichnet unter Nr. 9 eine verschollene Mantuaner Haggadahausgäbe von 1550. Diese soll einen Kommentar von Josef Schabt Aschkenasi und Figuren enthalten haben. Beides weisen spätere Mantuaner Haggadahausgaben auf, deren Holzschnitte wahrscheinlich auf die Ausgabe von 1550 zurückgehen. Schon daher auch kann der Siddur von 1557 doch wohl nicht ohne weiteres als formgebend bezeichnet werden. Rahe! Wischnitzer-Bernstein. Besprechungen Thesaurus totius Hebraitatis et veteris et recentioris auctore Eliezer ben Jehuda5 Vol. VIII (Hebr. מלון הלשון הטברית etc.). Berlin-Schöneberg, Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung. Datiert: 12 der Balfour-Deklaration (1930). Nun liegt endlich der achte Band dieses überaus nützlichen Werkes vor, und jedesmal freuen wir uns, wenn ein neuer Band erscheint, sicherlich nach vielen Mühen und Stockungen. In einer besonderen Notiz zeichnet diesmal verantwortlich M. Z. S e g a 1, dessen ordnende Hand und nützliche Anmerkungen, namentlich sprachvegleichender Art, überall im Buche bemerkbar sind. Der Band ist übrigens Felix War bürg gewidmet. Er reicht von bis Ende des Buchstabens ,,Samekh“; mit letzterem Umstande erscheint hier ein alter Wunsch erfüllt, der nämlich, daß je ein Band den betreffenden Buchstaben vollständig bringe. Der unermüdliche Fleiß und die großartige Sammeltätigkeit des leider so früh verstorbenen Verfassers kommen auch in diesem Bande zur schönsten Geltung; eigene Wortschöpfungen desselben konnte ich hier weniger bemerken als sonst, doch mag das bloßer Zufall sein. Einige recht große Artikel befinden sich hier, wie סבב ,נתן ,נשא ׳נפש ,נפל, in denen die Beispiele vielleicht mehr als nötig gehäuft sind. Obzwar die Anführung von ganzen Sätzen ihren guten Grund hat, so müssen doch nicht gerade ganze Stellen angeführt werden, wie z. B. in נפח zu תיפח רוחו, wo das Beispiel aus Exod. R. c. 3 nicht weniger als acht gespaltene Zeilen einnimmt. In נשא Sp. 3848b sollte גשא ידיי von ישא כפיו, was ganz dasselbe, nicht durch andere Sätze verschiedener Art getrennt sein. In נתם ist zu Hiob 3013 etwas aus Yellins חקרי מקרא mitgeteilt; da dieses erst 5687 erschien, kann die Notiz nicht von Ben Jehuda herrühren, warum also steht sie nicht in eckigen Klammern? Das scheint mir nicht der einzige derartige Fall zu sein; doch kann ich nicht allen Beispielen nachgehen. Aus des Verfassers eigenen Erklärungen, die zumeist recht gelungen sind, sei hervorgehoben die zu Hosea 8! נשר Manifest und die große Abhandlung über die Aussprache des ם. Schön ist auch die Zusammenfassung aller zu .ספינד gehörigen Realien in Form von ebenso vielen Schlagworten. Da das Werk bereits durch die Revision S e g a 1 s gegangen ist, findet Ref. wenig zu bemerken oder nachzutragen. נסר punktiert BJ mit zwei Segol, aber erste Silbe mit Zere wäre ebensogut möglich (vgl. ספר), und so bei K 0 h u t V, 355 tatsächlich und auch in Codex Kaufmann (B J zitiert übrigens 20*