Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die jüdischen Mittelschulen in den Ländern der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829975-2829979-2836800--50513-2836889- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
224 eröffnet. Sie ,,bezweckt den schulpflichtigen jüdischen Knaben Antwerpens neben dem Unterricht in den staatlichen vorgeschriebenen Lehrfächern der Elementarschulen einen gründlichen und vielseitigen jüdischen Unterricht zu erteilen und sie somit zu nützlichen Bürgern und überzeugungstreuen Juden zu erziehen. Der Unterricht wird in traditionell־]üdisch-religiösem und nationalem Geiste ge־ geben, die Unterrichtssprache ist in den jüdischen Fächern ausschließlich hebräisch/' Auch diese Anstalt hat sich 1929 mit dem Kostenaufwande von Frs. 650 000 ein eigenes Schulgebäude errichtet, in dem heute 10 profane und 9 hebräische Klassen mit 337 Schülern untergebracht sind. Anzahl der Lehrkräfte: 10 und 9, von denen die profanen ebenfalls vom Staate ihre Besoldung erhalten. Die Provinz Antwerpen bestreitet die Kosten der Lehrmittel für die ärmeren Schulkinder, die Stadt aber unterstützt die Schule, infolge ihrer staatlichen Anerkennung in demselben Maße, wie die übrigen sog. ,,freien" (d. h. katholischen) Schulen. Vom Gesamtbudget (Frs. 587 000) entfallen auf das Schulkomitee Frs. 265 000, auf den Staat Frs. 230 000, auf Stadt und Provinz Frs. 92 000. Die politisch klerikal eingestellten Regierungsbehörden Belgiens tragen also, wie wir sehen, mehr als die Hälfte der Kosten für das jüdische Schulwerk Antwerpens, das dort wohl nur ,,Volksschulcharakter" trägt, aber seinem Lehrplane nach eher den deutschen Realschulen entspricht. Besprechungen Schalom Asch: Die Sintflut. Uebersetzt von Siegfried Schmitz. 1. Petersburg. Paul Zsolnay Verlag, Leipzig 1929. 2. Warschau. Paul Zsolnay Verlag, Leipzig 1929. 3. Moskau. Paul Zsolnay Verlag, Leipzig 1930. Joseph Roth: Hiob. Gustav Kiepenheuer Verlag, Berlin 1930. Ludwig Hatvany: Bondy jr. Drei-Masken-Verlag, München 1929. Edua Ferber: Das ist Fanny. Gebr. Enoch Verlag, Hamburg. Uebersetzt von A. Wiesner-Gmeyner. Myron Brinig: Die Singermanns. Adolf Sponholtz Verlag, Hannover. Uebersetzt von Lisa H. Löns. Julius Haydu: Jehovahs Geburt. Phaidon-Verlag, Wien 1930. Judaeus: Der Raw. Kulturhistorische Erzählung. Hermon-Verlag, Frankfurt a.M. Opatoschu: Der Aufstand. Welt-Verlag. Berlin 1930. Uebersetzt von Siegfr. Schmitz. Armand Lunel: Nicolo-Peccavi oder Weltgeschichte in Carpentras. Welt- Verlag. Berlin 1930. Uebersetzt von Lina Frender. Zwei Bücher müssen aus der Zahl der zu besprechenden herausgehoben werden, und erst in großem Abstand können sich die übrigen Schalom Aschs Trilogie ,,Die Sintflut“ und Joseph Roths ,,Hiob“ anreihen. Aschs Trilogie, gegliedert in die drei Romane ,,Petersburg“, ,,Warschau“, ,,Moskau“ ist die großangelegte Darstellung des Umsturzes in Rußland und seiner Ursachen. Sie vollzieht sich im wesentlichen in der Zeichnung des Schicksals und der Wesensart jüdischer Menschen. So ist das individuelle Geschehen notwendig in das allgemeine und geschichtliche Geschehen eingebettet, es empfängt seine Prägung von ihm und drückt ihm, in der Wechselwirkung,