Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / Löw, Immanuel
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Besprechungen Michel Schlesinger: Satzlehre der aramäischen Sprache des babylonischen Talmuds. Leipzig 1928. Asia Minor. Veröffentlichungen der Alexander Kohut-Stiftung, Berlin. Band I. XIX + 330 S. Schlesingers Satzlehre ist der mit großer Liebe zur Sache, mit eindringendem Verständnis und anerkennenswertem Fleiße gemachte erste Versuch, das Gebiet der Satzlehre des babylonischen Talmuds zu untersuchen und erschöpfend darzustellen. Der Versuch muß als gelungen bezeichnet werden. Das ,,außerordentlich feine Sprachgefühl der älteren Kommentatoren“, das sich traditionell vielfach vererbt hat und dem Verf. durch seinen Vater und Lehrer Dr. Lipmann Schlesinger vermittelt wurde, hat sich mit moderner grammatischer Schulung verbunden und hat unter steter Berücksichtigung der Forschungen Nöldekes und der sonstigen neueren einschlägigen Arbeiten zum Aufbau des Systems der bab.-talm. Satzlehre geführt, durch dessen Veröffentlichung sich die Kohut-Stiftung ein bleibendes Verdienst erworben hat. Die Brauchbarkeit des Werkes wird durch das die Scklagworte anführende Verzeichnis der zitierten Talmudstellen erhöht. Die reichen Ergebnisse des Buches für die Satzlehre werden wohl von zuständiger Seite gewürdigt werden. Ich möchte nur auf einige Mißgriffe der Sacherklärung in der Uebersetzung der angeführten Belege hinweisen. S. 24 Ein kleiner Kürbis (sofort) ist besser, als ein großer (später), lies: Eine Gurke ... ist besser als ein Kürbis ... S. 29 aus Bech. 8b Sessel 1. Matratzen. S. 36 aus Pes. 110a morika ist Saflor. S. 59 aus Sabb. 31a häßlich 1. verhaßt. S. 67 aus Besä 12b Pfeffer 1. Senf. S. 158 Zeile 8 tarqab ist trotz 329 nicht in triqab zu ändern. REJ. 64, 192. S. 167 aus Bm. 97a Barbier 1. Aderlasser. Aus Hör. 12a Fenchelkraut 1. Bockshornklee. S. 168 zu Besä 30a Asuh-Bäume 1. Tannen. S. 175 ייוש Entsagung 1. Verzicht. S. 178 Edelstein 1. Perle. S. 215 zu Taan. 24b Korb 1. Trester. S. 229 zu Bm. 23b Schimmel 1. Farnkraut. S. 230 zu Ned. 65a Kaninchen 1. Hasen. S. 243 zu Bm. 84b 1. ״ .ארנקיPflaster“ ist ein auffallender Mißgriff. Er dürfte von der mißverstandenen Glosse RaSis auf derselben Seite herrühren: פלשטר d. i. feltres =־־ feutres, das aber Rasi zu נמשי setzt. Darmsteter u. Blondheim Nr. 466. S. 245 zu MK 28a Ritz beim Aderlaß 1. Stich der Fliete. Preuß 292. RaSi: flemie. Darmst. u. Blondheim Nr. 489. S. 287 zu Er. 28b Dornstrauch 1. Alhagi; Hopfen 1. Cuscuta. Zu BB 91b einen Johannisbrot bäum anschnitt 1. eine Karobe zerbrach. Die Ausstattung des Buches ist vornehm, es wäre aber Zeit, den Druckern nahezulegen, in Antiqua-Texte eingeschalteten hebräischen Satz um zwei Punkte kleiner als die Antiqua zu nehmen, da sonst der hebräische Satz zu sehr hervorsticht. Szeged. _ Immanuel Löw. Jeremias, Joachim: Jerusalem zur Zeit Jesu, kulturgeschichtliche Untersuchungen zur neutestamentlichen Zeitgeschichte. II. Teil, Die sozialen Verhältnisse, B. Hoch und niedrig, 1. Lieferung, die gesellschaftliche Oberschiebt. Leipzig 1929, Eduard Pfeiffer, 8,50 M. Die hier im 69. Jahrgang (S. 449—451) besprochene Schrift wird nun nach längerer Pause fortgesetzt. Das vorliegende Heft gilt fast ausschließlieh dem Stande der Priester und Leviten. Es behandelt diese Fragen, wiewohl —so auch nach der Einleitung — immer die Person und das Werk Christi im Hintergründe steht, rein auf dem Boden ihres Seins und gewährt dadurch klare Einblicke in Standes- und Persönlichkeitsfragen. Man muß die Klarheit, mit der der Verfasser sein Ergebnis verfolgt bzw. herausarbeitet, bewundern und ihm Dank wissen, für die ungeheure Kleinarbeit, die er leistet, und die neue Perspektiven und neue Ergebnisse hervorgebracht hat. Die Einteilung der Priesterschaft und des Levitenstandes bildet den Hauptinhalt dieses Teiles, aber auch die Abhandlungen über Sadduzäer und Pharisäer bieten etwas Neues, wenn auch meiner Meinung Angreifbares. Zwei sehr wertvolle Resultate seien hier genannt: 1. die im N. T. bei Josephus und auch im Talmud oft genannten ״Hohenpriester“, deren Namen in den Listen der ,Hohenpriester nicht zu finden sind, bezeichnen die ״Oberpriesterschaft des Jerusalemer Tempels“, dies ist gegen Schürer u. a. überzeugend nachgewiesen,