Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 475 (sequence 2)
- Language
- German
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475 Talmud) ausgearbeitet hat. Nach Art seines Vorbildes, Maimonides. schickt er einzelnen Traktaten kleinere Einleitungen voraus, die in knappen Umrissen Gliederung und Inhalt des Traktates geben. Daß er in der eigenen Zeit und in den nächsten Jahrhunderten wenig Beachtung gefunden hat, darf keineswegs als Wertmesser für Meiri gelten. Das laue Verhalten zu Meiri leitet sich vielmehr einerseits aus der GeschichtsWendung her, die die nachmaimunisehe Zeit infolge des More-Kampfes herauf beschworen hat. Kritisch gehaltene Dar- Stellungen des Talmuds entsprachen nicht dem Geiste jener Zeit. Man vergleiche aus dem neuen Traktat folgende Stellen: S. 55, Z. 13 ff. דרך הפלגה אמרר׳ אין מושיבץ בסנהדרין אלא תלמיד חכם היודע לטהר את השרץ מן החורה ויראה לי בפירוש דבר זה, שאם יראו תקלות יוצאות בדורותיהם באיזה דין ונורה, יצאו לחדש דיבים ולהוסיף ולגרוע להוראת שעה, וליתן סמך לדבריהם מן התורה י וכדומה לזה כתבו הגאונים וכד. S. 308, Z. 14 ff. » יש בפסק הענינים שבי בלבול אצל מפרשים מצד בלבול שיש להם בביאור הסוגיא " ומתוך כך אני רואה להעירך מעט על ביאורה של סוגיא בקצור גדול כדי שתבין מתוכו, מאיזה סבה אנו פוסק-ץ בה כף Andererseits mag seine freundlichere Haltung der Wissenschaft gegenüber dazu beigetragen haben, daß die kritische Zeit, die auf Maimonides gefolgt ist. ihn nicht voll genommen hat. Zwar vertrat er eine Mittelrichtung; er hat keineswegs die Grenzen überschritten, die Maimonides gezogen hat. Aber auch die Mittelrichtung kam in Mißkredit. Zum Schluß mag noch darauf hingewiesen werden, daß Meiri als erster gleichsam intuitiv die scharfe Verurteilung der Allegorese schon in den tannaitischen Traditionen entdeckt hat. Der jetzt erschienene Traktat S. 328 fügt zu ונלגלה פנים בתורה die unzweideutige Erklärung hinzu כלומר שלא כהלכה, והיא שמפרש המצוות בדרך משל כדי לעקור את המצויה. Selbstverständlich kam er zu dieser Identifikation nicht durch geschichtliche Untersuchungen, sondern aus Erwägungen, die ihm seine eigene Zeit nahegelegt hat. Die nachmaimunischen Allegoristen waren es, gegen die der Zeitgenosse Meiris, Salomo ben Adret (1235—1310), am heftigsten gekämpft hat. Vgl. die GA des RaSbx4 Nr. 416—418. Vgl. auch ימנחת קנאות Preßburg 1838, besonders S. 172, wo auch unser Verfasser erwähnt ist. Merkwürdigerweise nimmt er hier auf Abot III, 11 nicht bezug und auch der Herausgeber weist auf diese Parallele nicht hin. Es scheint mir jedoch, daß in Abot die Identifikation des מגלה פנים בתורה שלא כהלכה mit dem Allegoristen dem Erklärer noch nicht scharf genug zum Bewußtsein gekommen war. Der Herausgeber hat sich durch seine sorgfältige Edition ein erhebliches wissenschaftliches Verdienst erworben. Breslau. Michael Guttmann. Nachmanides von Rabbiner Dr. C 110 n e, Nürnberg 1930, Verlag J. Bulkä. Diese populäre Monographie über Rabbi Mose ben Nachman versucht weiteren Kreisen die außerordentliche Persönlichkeit des Rabbi Mose ben Nachman im Rahmen seiner Zeit verständlich zu machen. In den biographischen Abschnitten am Anfang und am Schluß und in den einleitenden Seiten über die Juden in Spanien während des 12. und 13. Jahrhunderts wird zum Teil neuere Literatur herangezogen, doch wird auch vieles herangetragen, was für die Beurteilung der Persönlichkeit unwesentlich ist. Die mittleren Abschnitte behandeln Nachmanides’ Gedankenwelt vorwiegend auf Grund des Pentateuch-Kommentars und der kleineren polemischen Traktate. Die Arbeit des Autors auf speziell talmudischem und kabbalistischem Gebiet wird nur flüchtig gestreift. Chone legt besonderen Wert darauf, Nachmanides selber aus seinen Werken sprechen zu lassen. Jedoch geschieht das in einer Weise, die häufig die Grenze zwischen den Worten des Nachmanides und des modernen Autors nicht erkennen läßt, und es ist auch sonst fraglich, ob aus diesen kurzen Auszügen ein moderner Leser einen zutreffenden Begriff von den Anschauungen des Moses ben Nachman gewinnen kann. Die Gesamtauffassung, die Chone von Nachmanides gibt, ist von einer wirklich historischen Betrachtungsweise weit entfernt. Das kleine Büchlein ist nur geeignet darauf hinzuweisen, daß es eben vollkommen an einer Monographie über Moses ben Nachman fehlt, die sowohl den wissenschaftlichen wie den allgemeinen Bedürfnissen unserer Zeit entspricht. Baer.