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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 6 · p. Seite 464

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 6
Article
Menschen mit Tierköpfen [Nachricht]
Date
1930-01-01
Page
Seite 464 (sequence 2)
Language
German
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464 Sie ist in der Hag. von Sar. nicht reproduziert gewesen. Ihre Untersuchung konnte erst auf Grund der vollständigen Reproduktion der Rollein Mul.t־es־ Jövo, 1916, unternommen werden, die ich zitiert habe. Was die Rolle1 in Yarmouth betrifft, so konnte ich sie auf Grund der sehr genauen Beschreibung von M. Adler in der Jewish Ghronicle 1895 einem bestimmten Typ zuweisen (s. meinen Art. Estherrolle in der Kunst, Encyclopaedia Judaica, VI). Auf der Abbildung eines anderen Exemplares dieses Illustrationstyps, das leider nur ungenügend aufgerollt photographiert war, habe ich zu Beginn der Rolle die Kopie des Gemäldes (oder der Vorlage desselben) von Antoine Coypel Esther vor Ahäsverps entdeckt, worüber ich in meinem Aufsatz S. 388 berichtete. Es wäre interessant zu wissen, in wessen Händen sich diese Estherrolle aus dem Besitz des' verstorbenen Herrn O&kär Lehmann in Mainz befindet. ’ ־■ ‘ •׳ Die Megillah des Museums der. isr. Gemeinde in Braunschweig, auf die Dr. Grunwald hingewiesen hat, ist wieder nichts anderes als ein Exemplar der Rolle mit den Hermen, und zwar nicht einer der volkskunstmäßigen Varianten, wie sie die Rolle in Rostock repräsentiert, sondern ein Exemplar der ursprünglichen stilgerechten׳ Fassung, wie das aus den allerdings ־spürliehen und nur im Ausschnitt reproduzierten Bildchen in den Mitt. f. jüd. Volkskunde 1906 zu ersehen ist; Der dazugehörende Aufsatz.von Dr. G.Rülf bringt nichts besonderes über diese Estherrolle. - Was die Notiz über die Megillah im Jüd. Lexikon betrifft, so stützt sie sich hauptsächlich auf Lokalisierungen von Frauberger, die sich als unverläßlich erwiesen haben.. Es wäre vielleicht von Nutzen, einmal die Titel zu den Bildern, die Frauberger in .den Mitteilungen, zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler reproduziert hat, nacheinander vorzunehmen und richtigzustellen. Welchen Typ die Rolle im Besitz Dr. Grunwalds vertritt,' konnte auf Grund der Beschreibung nicht •festgestellt werden. Es wäre interessant, sie wenigstens in Abbildung zu sehen. Ich möchte noch hinzüfügenj daß das Jüd. Ceremoniel von P. Gh. Kirchner von 1754 ein später Nachdruck ist. Bekannt ist eine Ausgabe bereits von 1726. Rahel Wischnitzer-Bernstein. Besprechungen Musikalische Rundschau. in jüngster Zeit ist eine Reihe von Schriften erschienen, die sich mit der Musik der Juden oder mit dem Anteil der Juden an der Musik aller Zeiten und Völker beschäftigt und daher über die Fachkreise hinaus allgemeines kulturgeschichtliches Interesse erregen darf. Es seien hier die wichtigsten aus dieser Reihe kurz besprochen. I. Lebensbilder berühmter Kantoren, nebst einem Anhänge: Zur Geschichte des jüdischen Kantorats. Herausgegeben von Aron Friedmann. (Im Selbstverläge der Hilfskasse, Berlin, Hoher Steinweg 15.) Friedmann, der Nestor kantoraler Wissenschaft, hat seinen 2 Bänden ,,Lebensbilder“ einen dritten angeschlossen, in dem Leben und Wirksamkeit von 36 Kantoren gewürdigt wird. Es ist klar, daß diese große Zahl eine gleichmäßig erfassende Beleuchtung der Persönlichkeiten, ihres Wirkens und ihrer Bedeutung von selbst ausschließt, insbesondere wenn man erwägt, daß die meisten der Gewürdigten dem Herausgeber unbekannt waren, und die nicht wenigen Selbstbeschreibungen (als solche sehr durchsichtig) naturgemäß nicht objektiv klingen. Keine der vorliegenden Biographien erreicht die Qualität, wie sie die von Moritz Deutsch (im 1. Band) aufweist. Hier erhalten wir, allerdings auf 44 Seiten, ein plastisches Bild des Menschen, des Kantors, des Lehrers und des schöpferischen Geistes. Wenn man nun entgegenhielte, daß eine gleich umfassende Art hei 36 Biographien den Umfang des Bandes auf etwa 1500 Seiten gebracht und, so das ganze Werk unmöglich gemacht hätte, so möchte ich doch sagen, daß weniger mehr und die Zahl von etwa 20 Lebensbildern (in allen 3 Bänden) auch genügend gewesen wäre.

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