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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 3 · p. Seite 237

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1930-01-01
Page
Seite 237 (sequence 2)
Language
German
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237 begriffs, das heißt sein logischer Sinn innerhalb des methodologischen Rationalismus Cohens (als ,,Begriff der Wahrheit“ etwa zwischen Logik und Ethik), und der immer ausgesprochene höhere Geltungscharakter gegenüber anderen Begriffen. Aber dieser logische Sinn schwächt sich ab, und in gleichem Maße tritt der höhere GeitungsCharakter stärker heraus. Gott, zunächst zur Sicherung der ,,äußeren Natur“ als Materials der Sittlichkeit eingeführt, wird in der Betonung des Attributs der Einzigkeit zum ,,Einzigen Sein“ als Ursprung der Welt, und dieser Begriff des ,Ursprungs4 hat schließlich ontologischen Charakter. Die Stationen dieser Entwicklung werden von Ucko in knapper, aber immer prägnant formulierter Weise dargelegt, mit strengster Beschränkung auf das Thema, ohne doch die darüber hinaus sich ergebenden Möglichkeiten und Notwendigkeiten weitergehender Fragestellung zu versperren. Seine Arbeit gibt, ohne darauf angelegt zu sein, einen Beitrag zu der immer mehr heraustretenden Auffassung Cohens, die dessen Ideen losgelöst von ihrer Systemgebundenheit, aber auch mit der Einsicht in ihre durch sie bedingte Eigenart, für eine jüdische Religionsphilosophie fruchtbar macht. Der Weg, den sie einschlägt, ist geeigneter und zuverlässiger als die neuerdings sich bemerkbar machende Manier, die, in mißverstandener und übertriebener Anlehnung an ein besonnen abwägendes Vorbild, das Bild Cohens weniger aus seiner Philosophie als aus gelegentlichen Apercus und unkontrollierbaren Sentiments formt. Berlin. Fritz Bamberger. Dr. Friedrich T. Aschkenasy: Auf Gottes Wegen. Leipzig 1928, M. W. Kaufmann. 439 S. 7,50 Mk. An diesem Buche ist ein Gutes, nämlich der Wille des Verfassers. Er w 0 111 e ein Buch schreiben, das dem größeren und besseren Verständnis der Bibel dienen und das andere Fragen religiös durchdringen sollte. Aber die Kraft dazu reicht nicht aus. Die Bibelerklärung־ ist eine allegorische; Allegorien kann man sich gefallen lassen, wenn sie etwa in eine Predigt eingestreut sind und deutlich als nicht dem Wortsinn dienende Erklärung gekennzeichnet sind, aber sie sind untragbar, wenn sie als d e r Bibelsinn vorgetragen werden. Die Spracherklärungen sind zumeist laienhaft. Das Buch gehört in die Reihe der Schriften neuerer Zeit, in der Juden sich gar nicht genug tun können in der Verherrlichung Jesu und in dem Bemühen, Jesus für Juden und Judentum 2u reklamieren. Hier kommt noch die besondere seltsame Nuance hinzu, daß ganz im Stile alter und mittelalterlicher Bibeldeutung Jesus als die Persönlichkeit hingestellt wird, auf die die Verheißungen und Schilderungen von § 22 und Jesaia 53 hinzieLten. Die Naivetät ist zu bewundern, mit der trotzdem der Anspruch beibehalten ist, ein jüdisches Buch geschrieben zu haben. Offenbach a. M. Dienemann. The Kall ah, an Annual Convention of Texas Rabbis, Bd. I—III (1928—1930). Unter dieser Ueberschrift erscheint ein neues jüdisch-wissenschaftliches Jahrbuch in Amerika. Es gehört gleichsam zum Wesen dieses Jahrbuches, daß seine Entstehung aus einem innern Bedürfnis heraus sich herleitet. Die Rabbiner in Texas, räumlich zu weit entfernt von den größeren Zentren Amerikas, haben sich in den letzteren Jahren zu jüdisch-wissenschaftlicher Gemeinschaftsarbeit zusammengeschlossen. Die Tatsache ist um. so begrüßenswerter, als ja gerade die amerikanischen Rabbiner ihre großangelegten Jahres- Versammlungen im Rahmen der Central Conference of American Rabbis abhalten, zu der selbstverständlich auch die Rabbiner aus Texas gehören. Der gegenwärtige Präsident der Central Conference ist ja gerade Rabbi David Lefkowitz, der gleichzeitig auch der Herausgeber des III. Jahrganges der Kallah ist. Die Kallah ist. fast ausschließlich der Wissenschaft gewidmet, bietet daher trotz ihres geringen Umfangs {314 Bogen je ein Heft) eine Reihe wertvoller Aufsätze aus den verschiedensten Gebieten jüdischen Wissens. Wir begnügen uns hier, eine kurze Uebersicht der Aufsätze zu geben: Biblische Studien: The higher Griticism and Biblical Archeology (I 17 ff. von Henry Barnston, Houston). — The first Translations of the

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