Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension] / Schorr, Moses
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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230 «T. Bender: Zur Frage der Quellenscheidung im Buche der Genesis (russisch). (S. A. aus ״Zapiski Kollegji Wostokowiedow“ III. Die Arbeit bietet einen kritischen Ueberblick über die in den letzten Jahren erhobenen Einwände gegen die sonst allgemein anerkannte Wellhausen־ sehe Theorie der Quellenscheidung im Hexateuch, namentlich in der Genesis. Der Verfasser erörtert des näheren die in Betracht kommenden Arbeiten von Dahse, Eerdmans, Löhr, illustriert an einigen Kapiteln der Genesis, und bietet im II. Teil (S. 408—415] eigene textkritische Bemerkungen zur Beleuchtung des Verhältnisses der Quellen zueinander. Sein Ergebnis lautet: Bei einer erneuten systematischen kritischen Prüfung der Quellentheorie werden wohl im einzelnen Fehler und Mängel nachgewiesen und berichtigt werden können, die Theorie als solche aber hält auch für die Zukunft stand und befriedigt immerhin mehr als alle anderen geäußerten Hypothesen. Auffallend ist, daß der Verfasser sich zwar sehr ausführlich mit den Arbeiten von Eerdmans und Löhr auseinandersetzt, dagegen die Beiträge zur Pentateuchkritik von Harold M. Wiener bloß erwähnt (S. 403 Anm. 1). Warschau. M. Schorr. 1. Flavins Josephus* Lebensbeschreibung: Aus dem Griechischen übersetzt, mit einer Einleitung und mit einem Anhang von Anmerkungen versehen von Leo Haefeli, mit einer Karte (Neutestarnentliche Abhandlungen her. Meinertz, XI, 4, Münster 1925, Aschendorff). 2. Heinrich Guttmann: Die Darstellung der jüdischen Religion hei Flavius Josephus, 1928, M. & H. Marens, Breslau. Diese beiden Bücher können zusammen betrachtet werden, da sie in gewissem Sinne sich rückhaltlos den Ausführungen von R. Laaueur, Der jüdische Historiker Flavius Josephus (Gießen 1920), angeschlossen haben, der die vita des Josephus neu untersucht hat, zu sicheren Resultaten gekommen ist, aber dabei doch wohl im Gesamturteil nicht immer das Zutreffende über Josephus9 Wesen und Arbeitsart gesagt hat. Die unbedingte Anerkennung von Laqueurs Beurteilung wirkt bei Haefeli in der Einleitung und den Anmerkungen nach, bei Guttmann vielfach in seiner Darstellung, so daß diese — wie auszuführen sein wird — angreifbar erscheint. Haefeli setzt in seiner Einleitung das Entstehen der J.־vita nach Laquenr auseinander, er unterscheidet den Rechenschaftsbericht des J., der infolge 'des GeschichtsWerkes des Justus von Tiberias über den jüdischen Krieg mit reichen Einschüben versehen zur Verteidigungsschrift für J. Tätigkeit in Galiläa umgearbeitet und erweitert wird. Ob man die Trennung bis auf einzelne Paragraphen durchführen kann? Jedenfalls diese Feststellung ist richtig und wichtig. Die Uebersetzung liefert den glatten Text, ist aber unendlich eigenartig durch eine Wortwahl, der ich keinerlei Berechtigung zusprechen kann. Daß J. sich mit Absicht einer derben, tief volkstümlichen Sprache bedient habe,'ist nicht wahrscheinlich, gewiß durch nichts zu beweisen, zumal oft die schönen griechischen Bilder durch solche Hinabzerrung des sprachlichen Ausdruckes außerordentlich verlieren. — Ich wähle zur Probe nur einzelne Ausdrücke aus § 36: heraus fischen, 52: großartige Luftschlösser, 74: Schelmenstücklein-Klemme, 101: er verduftete, 121: diesem legte ich in‘der Obsorge um mein Galiläa das Handwerk, 129: schwer auf dem Magen (ebenso 189), 220: grüner Junge, 302: mit dem. Schnüffeln nach zwanzig lumpigen Goldstücken, 371: ins Bockshorn gejagt, 425: schusterten Anklagen gegen mich zusammen, 428: anzuschwärzen; § 41 ist falsch übersetzt und aufgefaßt, es muß etwa heißen: ״aber ich werde über diesen Mann, der sich schlecht benahm und mit seinem Bruder beinahe schuld am Umsturz wurde, im Verlauf meiner Erzählung mich noch mehr äußern“. 198 muß es ,,wegen meiner Gesetzkenntnis“ heißen (niebt seiner), 212 muß es heißen: ״ich hielt es der Mühe für wert, für ein solches Volk auch offenbare Gefahren auf mich (nicht sich) zu nehmen“, 279: keinen Gefallen (statt kein) und schließlich 335: eine schärfere Lektion. Die Anmerkungen berücksichtigen in der Hauptsache Namen von Personen und Orten, was natürlich kein Fehler ist, dabei werden ebenfalls nicht zum Schaden, viele Belege aus dem N. T. beigebracht und persönliche Erlebnisse des Verfassers, der in Palästina bereits war, angeführt. Das Archäologische steht lange nicht in gleichem Maße im Vordergrund wie das Topographische. Leider sind die Ortsnachrichten so zerstreut behandelt, daß es nicht wundernirnmt? hier Mängel feststellen zu können, bei den Zitaten