Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 2)
- Language
- German
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148 Mitarbeitern und Lesern aus den netien rumänischen Provinzen sowie denen des Auslandes zugänglich zu machen. Seit dem Ende des Jahres 1928 werden auch in einem Bulletin die bibliographischen Informationen veröffentlicht, in weichem neben den Mitteilungen der Gesellschaft an ihre Mitglieder auch die neuesten Ereignisse aus dem jüdischen literarisch-wissenschaftlichen Leben zu verzeichnen sind. Der erste Band des Jahrbuches ,,Sinai“ ist im Jahre 1928 erschienen und stellt einen bedeutenden Erfolg dar. Der zweite Band, den die Gesellschaft jetzt veröffentlicht, ist nicht nur ein Fortschritt; er verdient auch die Aufmerksamkeit der gesamten jüdischen Gelehrtenwelt sowohl durch die Auswahl der Mitarbeiter, die Dr. Halevy sich zu sichern gewußt hat, als auch durch die sonst unveröffentlichten Beiträge und ihren kritischen Wert. Der ganze Band ist Herrn Dr. Adolf Stern, dem Vorkämpfer der Emanzipation der rumänischen Juden, der in diesem Jahre seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, gewidmet. Oberrabbiner Dr. Niemirower, Dr. Halevy, Barbu Lazareanu, Gabriel Schaffer, Henry Marcus beschreiben die Persönlichkeit des Jubilars und seine langjährige literarisch-politische und soziale Tätigkeit als Gründer und Ehrenpräsident des IX. Distrikts des B. B. Ordens, des Vereines der rumänischen Juden (״Uniunea Evreilor Pamänteni“) des Keren Hajessod sowie seinen im rumänischen Parlament geführten Kampf um die Bürgerrechte der Juden. Einige unveröffentlichte Seiten aus den historischen Memoiren des Dr. Stern schließen den ersten in rumänischer Sprache abgefaßten Teil des Jahrbuches ab. Der zweite Teil enthält eine interessante Abhandlung des Dr. Halevy über den moldauischen Voevoden Stefan den Großen (1457—1504) und seiner! Beziehungen zu den Juden mit folgenden Kapiteln: I. die Sendung des Isac Beg, Leibarzt des persischen Khans Uzun Hasan, zur Gründung e׳ner antitürkischen Liga, II. die Mitteilungen des Elias Kapsali aus Kandia über Stefan und die Juden, III. Stefan und Sacharia Guisolfi, der sog. jüdische Senior von Matrega (Taman), IV. die Juden in den Beziehungen Stefans zum Großherzog Alexander von Litauen, und V. zum tartarischen Khan Mengii Girai. Dr. Moses Gaster behandelt die rumänische Parallele der Parabel von den ,,drei Freunden“ und die der Pirke-R. Elieser und Jalkut zu Ps. § 853; Dr. A. J. Mark (deutsch): ,,Die Astrologie in der alten jüdischen Literatur“; Eugen Relgis bringt einen kritischen Essay über die neuere Literatur über Moses; Dr. M. Eisler (deutsch): ,,Aus dem Gemeindeleben der Juden in Alba-Julia (Siebenbürgen) im XVIII. Jahrhundert“; Dr. Niemirower weist den Beitrag der rumänischen Juden zur allgemeinen modernen jüdischen Kultur nach; Prof. S. Krauss (deutsch): ,,Eine sonderbare Völkerliste“, nach der Apokalypse des R. Simeon b. Jochai aus Jellinek Bet-Hamidrasch III. Der Verfasser gibt diesem Midrasch das Alter des ersten Kreuzzuges (1096) und nimmt als Ursprungsland Italien an. Dieser Teil des zweiten Bandes endet mit noch drei weiteren Abhandlungen: I. Brucar: ,,Das jüdische Element in der Philosophie des A. Spaier“; Dr. J. Singer (deutsch): ,,Aus der Vergangenheit der Temeszwarer Juden“; G. Segali: ,,Jiddisches wissenschaftliches Institut von Wilna“. Der dritte Teil ist in hebräischer Sprache abgefaßt und enthält: 1. ד״ר מי א. ה ל וי, קהלת יאסי לפגי סוף המאה הי״ו לספירה הרגילה mit Wiedergabe der Grabinschriften aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert. 2. ,מ♦ י* גוטמן יי לי פליישר, לתולדות רבני טימישוארה .3 .רבי לוי יצחק מברדיטשוס* חייו ופעולותיו Kritik der Arbeit des Dr. Singer über die Geschichte des Rabbinats in Temeszwar (Seini 1929). 4. ישעיה רייכר, ״הבהלה״ באיומאיל משגת תרל״ב ד״ר מ. א. הל וי, מתוך פנקסה הישן של קהלת בוקרשט .5 .לפי המסורה'המקומית. Eine Reihe von Dokumenten über die Große Synagoge von Bukarest, u. a. Wir schließen unsere allgemeine Uebersicht mit dem Wunsche, daß der erhebliche Fortschritt, den die Zusammenstellung dieses Bandes bedeutet, Dr. Halevy in Zukunft zum Ansporn für eine noch bessere Auswahl seiner Mitarbeiter und Beiträge diene, so daß die Werke der rumänischen Gesellschaft für die Wissenschaft des Judentums auf völlig gleicher Höhe mit der Wissenschaft. der Abendländer stehe. Bukarest. ' R. Mates.