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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 2 · p. Seite 140

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 2
Article
[Nachricht] / Posner, Arthur Bernhard
Date
1930-01-01
Page
Seite 140 (sequence 2)
Language
German
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140 teilungen vorsichtiger aufzunehmen sind als die des dasselbe berichtenden Sülpicius Severus. Papier und Ausstattung lassen viel zu wünschen übrig; ein Heft, das in jugendliche Hände kommt, sollte ein angenehmeres Aeußere erhalten; Druckfehler und Unebenheiten finden sich nicht zu häufig. Der Fortführung ist viel Erfolg zu wünschen. Kiel. A. Posner. Ernst Klein: Judiska sagor (Jüdische Sagen) Skrifter utgivna av judiska : litteratursamfund Del IX. Verlag Hugo Geber, Stockholm. Einleitend gibt der Verfasser eine treffende, auf vergleichender Folkloris tik beruhende Darstellung von dem Wesen der jüdischen Sage. Im Gegensatz zu den indoeuropäischen Sagen mil ihren aus reiner Lust am Fabulieren entstandenen Motive zumeist amoralischen Charakters sieht Klein den Kern der westsemitischen und besonders der jüdischen Sagen in den biblischen und apokryphischen Maschals (Gleichnisse moralischen und didaktischen Inhalts). Aus der Form des Spruchwortes entwickelt sich so die Anekdote, zu der sich schon in der Bibel Ansätze finden, welche jedoch zur vollkommenen Reife erst ״im Blumengarten der Agadacc gelangt. Es folgen Auszüge aus verschiedenen Midraschim vom 6. bis zum 14. Jahrhundert. Als Hauptquelle dienen ihm Gasters Exempla of the Ribbis (1924). Besonders interessant sind die ätiologischen Sagen im Midrasch. Sie erläutern Tatbestände der Natur oder der Moral. So erklärt das ״Alphabetum Siracidis“ die Feindschaft zwischen Katze und Maus. Ursprünglich lebten diese Tiere in Frieden und Eintracht; da bat die Maus Gott, das Ueberflüssige, die Speise mit der Katze teilen zu dürfen. Der Schöpfer verstand sofort die Absicht der Maus, die Katze als Braten zu erhalten und warnte sie; als die Maus trotzdem die Katze in den Kopf beißen wollte, sprang diese auf die Maus und tötete sie. Seitdem ist dieses Verhältnis herrschend geblieben. Von der anderen Art ist die Erzählung des Midrasch Tauchuma von Noah, dem ersten Weinhauern, der sich schon über die bald eingeheimste Ernte freut, als. er plötzlich einen Besuch Satans erhält, der ihn zwingt, ihn als Kompagnon zu nehmen und selber den Weinbau übernimmt; erst schlachtet dieser ein Lamm, dann einen Löwen, hierauf einen Affen und schließlich ein 'Schwein; denn bevor der Mensch Wein trinkt, gleicht er einem unschuldigen Schafe, nach einer kleinen Ration einem starken Löwen; nach weiterem Trinken vergißt er seine Menschenwürde und gebärdet sich wie ein närrischer Affe und wie ein Schwein. Malmö. Lic. phil. Herman Wohlstein. Axel Lmvalci: Die dänische Regierung und die Juden in Dänemark und den Herzogtümern um den Anfang des 19. Jahrhunderts, Beiträge zur Exnanzipationsgeschichte der Juden (abgedruckt in der ״Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte“, Band 57, Kiel, Gartenstr. 1. 1928). In ganz hervorragendem Umfange ist der Verfasser dieser gelehrten und vorzüglich geschriebenen Abhandlung auf archivalisches Material zurückgegangen, so daß er Dinge vortragen konnte, die völlig unbekannt waren und für die Lage der Juden in der heutigen Provinz Schleswig-Holstein von grundlegender Bedeutung sind. Eine tiefdringende Einleitung berichtet über das Urteil der Juden in der Welt des 19. Jahrhunderts, die Fürsten, Lessing, Voltaire werden kurz, aber ausreichend klar charakterisiert, die religiöse Lebensart der Juden und das Aufkommen der reformatorischen Bestrebungen werden berührt. Es folgt das I. Kapitel, das über die Stellung der dänischen Regierung zu den ausländischen Juden berichtet, über Schutzbrief, Ein- Wanderungsbestimmungen, das Verhältnis zu Hamburg bzw. zu der Dreigemeinde AHW (Altona, Hamburg, Wandsbek) wird gesprochen. Die beiden Hauptkapitel behandeln die fortschreitende Emanzipation im Königreich Dänemark und in den Herzogtümern. Die Toleranz der Regierung, ihr Kampf gegen christliche Mission, die Bewegungsfreiheit, die Fürsorge für den Unterrieht im Reiche werden klar, während andererseits die Schwierigkeiten der Ansiedlung und des Landerwerbs in den Herzogtümern durch die •unfreundliehen Urteile der Zünfte und der maßgebenden Faktoren die Entwicklung hemmen oder für wenige Orte nur fortschreiten’lassen. Das letzte Kapitel

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