Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geographie Palästinas [Nachricht]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 2)
- Language
- German
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136 dem ebenfalls einen Baum bezeichnenden Ortsnamen Terebinthe verwechselt. Hieronymus irrte sich aber bei seiner Angabe der Verkaufsstelle der Barkochbanischen Kriegsgefangenen nicht. Die großen Jahrmärkte waren noch zur Zeit des Hieronymus eine dauernde Einrichtung. Hieronymus schreibt ausdrücklich, der Verkauf der Hadrianischen Kriegsgefangenen habe stattgefunden ,,in tabernaculo Abrahae, ubi nunc per annos singulos mercatus celeberrimus exercetur1“. An einer anderen Stelle bemerkt Hieronymus ״execrabile est Judaeis, mercatum celeberrimum (zu Terebinthe) visere21“ als zeitgenössische Tatsache, für die eine Namens Verwechselung keinen Raum hatte. Im Chronicom Paschale heißt es wieder ausdrücklich: ״Terebinthum urbem sic& appellatum, nundinas publicas instituit in quibus illos vendidit (Hadrianus)3“. Sozomenus erzählt uns deutlich von der Verehrung, die Juden, Christen und Heiden der Terebinthe entgegenbringen, und daß sie hier jeden Sommer ein großes Fest zu veranstalten und bedeutende Jahrmärkte abzuhalten pflegen (illic porro aestatis tempore, celebrum quotannis mercatum agunt ejus loci incolae et qui ulterius degunt Palaestini, Phoenices et Arabes)4. Der uralte Kultort Hebron mit seiner hl. Terebinthe als Sitz großer Jahrmärkte im Zusammenhang mit dem großen Zusammenlauf von frommen Pilgern gibt einen Sinn. Umso eher, wenn wir uns vergegenwärtigen,, daß in der gesamten Kulturwelt Handelsmärkte in Anlehnung an berühmte Kultzentren sich bildeten. Wie konnte aber ein rühmloser Ort ohne kultisehen Belang zur Bedeutung eines Mittelpunktes von großen Märkten emporschnellen? Das würde sowohl religionswie auch antik-handelsgeschichtlich ein Unikum darstellen. Przemysl. _ M. Mieses.. Erwiderung. Herr Mieses schreibt, der Fluß Piga könne mit dem Nähr ePAudsche nicht identisch sein, da dessen Ursprung nicht in einem Sumpfe liege. Der genannte Bach werde regelrecht von einer Quelle z u (die Sperrung von mir)> Ras el-‘Ain, dem alten Antipatres, genährt. Ras el-‘Ain bezeichnet nicht eine alte Ortslage und ist daher auch nicht das alte Antipatres. Ras el-cAin bedeutet die Spitze der Quelle, die Hauptquelle, also den Ursprung eines Baches oder eines Flusses. Die Ursprungs quellen aller Bäche und Flüsse werden so bezeichnet. Die Ortslage des alten Antipatres ist jedoch das Teil in unmittelbarer Nähe der cAuds che-Quellen, auf dem die Burgruine K a Pa t Ras el-‘Ain steht. Der Ursprung des Nähr el-‘Audsche, hebräisch Jarkon, besteht nicht aus einer Quelle, sondern aus vielen Quellen. Hier sprudelt das Wasser an vielen Stellen aus dem Boden, bildet überall Lachen und Tümpel und birgt Keime verschiedener Krankheiten. In neuerer Zeit hat man festgestellt, daß das Wasser der ‘Audsche Träger des gefährlichen Bilharzia-Bazillus ist, und daher vermeidet man es auch, in demselben zu baden. Herr Mieses behauptet dann weiter mit Bestimmtheit, dieser Nähr el־cAudsche sei ,,zu unbedeutend, als daß denselben die Rabbinen in einer Reihe mit dem Jordan und dem Hieromyces-Jarmuk aufzählen konnten“. Er beruft sich auf meinen hebräischen Reiseführer durch Palästina, in welchem angeblich unter den 36 palästinensischen Flüssen, die ich anführe und deren Namen mit dem Worte Nähr zusammengesetzt sind, ein Fluß Nähr el-'Auidsche nicht vorkomme. Im Namenregister meines hebräischen Reiseführers, im Verzeichnis der Bäche und Flüsse, die mit dem arabischen Beinamen Nähr bezeichnet sind, findet sich auf Beite 394 auch der Name •כהר אל״־עוג׳א ׳ מי הירקון^ferner auf S. 257 über diesen Fluß wörtlich: ״♦ « ♦ מפה מסתעף צפונה הדרך למי הירקון מהר על-עונ׳א). מי הנחל הזה, שהוא העשיר ביותר במים בנחלי 1 Hieronymus, Comment. in Zachariam III 11 Migne Patrologia iatina. XXV 1501. ' 2 Idem, Cömm. in Jeremiam Vr XXXI Migne XXIV 877. 3 Chronicon Paschale, Migne XLII 614. 4 Sozomenus, Historia Ecclesiae LVII 943.'