Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zu den Grabsteinen aus dem 14. Jahrhundert [Nachricht]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 2)
- Language
- German
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135 Ad 4 im Heft 9/10 hat Herr Prof. Klein, in Jerusalem vorgeschlagen, statt בירח — ביום zu lesen. Aber das ו ist zu deutlich, um für ein ר gehalten zu werden. Von verschiedenen Seiten ist angeregt worden, daß יום נחמה sich nur auf den Sabbath der שבע דנדומתא beziehe. Aber unser מנחם אב zeigt, daß dies nicht der Fall ist. Wenn die שבע דנחמתא allein maßgebend wären, warum hat man nicht auch מנחם אלול gesagt, da doch אלול deren vier, während אב nur drei hat? Es muß also in מנחם אב sowohl wie in יום נחמה eine Art Euphemismus mitklingen für den Monat שנכפלו בו הצרות. Zur Geographie Palästinas. Zu dem Aufsatz von J. Preß, Beiträge zur historischen Geographie Palästinas, $. 52 ff. des vorigen Jahrgangs, erhielten wir bereits vor geraumer Zeit folgende Erwiderung, die wir leider erst jetzt zum Abdruck bringen können. Die Schriftleitung. Der Fluß Piga, dessen Wasser fiir rituelle Zwecke nicht verwendet werden darf, da es von Sümpfen herrührt, kann mit dem Nähr el-Audsehe nicht identisch sein, da dessen Ursprung nicht in einem Sumpfe liegt. Der genannte Bach wird regelrecht von einer Quelle zu Ras el־Ain (dem alten Antipatris) genährt1. Wenig ändert an dem Sachverhalt, wenn Preß bemerkt, ,,in der Nähe der Quelle stehen Sümpfe und Wasserlachen“. Dann ist dieser Nähr el-Audsche zu unbedeutend, daß die Rabbinen denselben in einer Reihe mit dem Jordan und dem Hieromyces-Jarmuk aufzählen konnten. Preß selber führt in seinem hebräischen Reiseführer durch Palästina 36 palästinensische Flüsse an, deren Namen mit dem Worte Nähr zusammengesetzt sind; ,,Nähr el־Audsche“ kommt hier nicht vor. Der Fluß Piga ist gewiß in Westpalästina und nicht bei Damaskus zu suchen; wohl aber handelt es sich dabei um einen Fluß, der in einem Sumpf seinen Ursprung hat, und dem im Altertum Bedeutung zukam. Plinius beschreibt den Fluß Belus bei Acco als aus einem Sumpf herstammend (ipse e palude Gandebia . . . profluit), er nennt den Belus ״Pacida“2. In der Form Pagida erscheint der Name des Belus bei Ptolemäus. Pacida-Pagida wird dann in verkürzter Form als Piga bei den Rabbinen die hebräische ursprüngliche Benennung verdrängt haben. Der Fluß Belus, vermutlich Libnath-Schichor der Bibel, spielte kultisch eine hervorragende Rolle bei den Kanaanäern. Dies beweist nicht nur der Gottesname, der diesem Fluß beigelegt wurde, sondern auch die Bemerkung ״caeremoniis sacer“ an einer anderen Stelle bei Plinius3. Der Belusfluß galt als hervorragende Wasserader Palästinas, was aus der Betonung des Tacitus ,,Belus amnis Judaico mari inlabitur“4 leicht zu entnehmen ist. Der Talmud mochte in einer Reihe mit dem Jordan und Jarmuk wohl den Belus, aber keineswegs den Nähr el־Audsche angeführt haben. Für Piga-Pagida-Belus trat schon vor mehr als zwei Jahrhunderten Reland ein: Palästina ex monumentis veteribus illustrata, das in Nürnberg noch im Jahre 1716 erschienen ist. Der Gleichsetzung des Marktplatzes Botna mit el־Botanija östlich von Aschdod ist folgendes entgegenzuhalten. Preß meint, jener Ort Terebinthe, wo Hieronymus die jüdischen Kriegsgefangenen aus der Zeit des Hadrianischen Aufstandes verkaufen läßt, sei gar nicht jener Ort bei Hebron gewesen, da dies verkehrsgeographisch nicht stimmen kann, sondern eine Ortschaft auf dem Wege von Bethar nach Gaza. Hieronymus, der von dem Verkauf der Kriegsgefangenen zu Botna-Pistazie gehört habe, habe diesen Ortsnamen mit 1 Professeurs de Notre Dame de France, Palestine XLII, Paris 1922. 2 Plinius, Historia naturalis V 19. 3 Idem XXXVI 65. 4 Tacitus, Hist. V.