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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 501

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 501 (sequence 2)
Language
German
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501 Verf. den jungen Marx (1818 bis 1848), im zweiten die Mannesjahre (1848 bis 1870), im dritten die Altersjahre (1871 bis 1883). Bei der Darstellung der Jugend geht der Yerf. wohl auf die Herkunft von Karl Marx ein. Er teilt, wie schon bekannt, mit, daß der'Großvater Rabbiner in Trier gewesen, jedoch bereits vor 1810 gestorben ist. Einer dessen Söhne war Hirschei Marx, der sich zum Anwalt emporgearbeitet und.1824, als Karl sechs Jahre zählte, unter dem Namen Heinrich Marx zum Protestantismus übergetreten war. Auch darauf weist der Verf. hin, daß Henriette Marx, die Mutter, einer alten holländischen Rabbinerfamilie entstammt, deren Ahnen zu Anfang des 16. Jahrhunderts aus Ungarn (Preßburg) nach den Niederlanden übergesiedelt sein sollen. Wenn so Karl Marx ein positiv jüdisches Erleben aus seinem Elternhaus, das, wie so viele andere, durch die Auswirkung der Emanzipationsepoche dem Judentum verloren gegangen war, nicht empfangen hatte, so ist,doch sein Wesen tiefer im Judentum fundiert, als es Vorländer zugeben will, der vielleicht in der Zurückweisung des Jüdischen eine Entlastung für Marx sieht. Auch die Tatsache, daß Marx in seiner Abhandlung ״Zur Judenfrage“ gegen das Judentum Stellung nimmt, spricht nicht gegen die obige Auffassung, weil ja solches sehr häufig aus dem Minderwertigkeitskomplex des Renegaten folgt. Man höre etwa die folgenden Sätze (S. 87): ,,Wir wollen nicht leugnen, daß Marx, obwohl schon als sechsjähriger Knabe mit seinen Angehörigen zum Christentum übergetreten, als Nachkomme eines alten jüdischen Rabbinergeschlechtes von Vaters wie Mutters Seite her gewisse Züge dieser Abkunft sein Leben lang nicht hat abstreiten können. Es fehlt ihm unserem Gefühl nach eine gewisse Bodenständigkeit, ein sozusagen Erdgeruch, die Engels, obschon in der Gesinnung genau so international wie er, beide besaß; auch die haarspaltende Schärfe seiner Dialektik und mitunter seines Stiles mag ein rabbinisches Erbe sein. Aber wir begegnen bei ihm, wie mir dünkt, selten den weniger sympathischen Zügen des Judentums.“ Auch die Wertung der Schrift ,,Zur Judenfrage“ durch Vorländer ist nicht gänzlich vorurteilsfrei. Er sagt: ,,Hat er doch schon als noch nicht 26, jähriger ganz ungescheut die Judenfrage eben in unserem Aufsatz angeschnitten und sie, wie wir meinen, gerade von der Seite her, die ihre eigentliehe Bedeutung gibt, der wirtschaftlichen, ganz ohne alle Vorurteile behandelt.“ Gerade die Behandlung in dem genannten Aufsatz, der nicht genug bekannt ist, beweist eine Fülle von Vorurteilen Karl Marx’ dem Volke gegenüber, dem er seinem Blute nach angehörte. . Wenn wir auf diese Seite des Vorländerschen Buches ganz besonders eingingen, so leitet uns der Gedanke, daß gerade diese Zusammenhänge einmal von jüdischer Seite her eindringend erforscht werden müßten. Was sonst zu dem hochbedeutsamen Werke des Verf. gesagt werden kann, ist nur höchste Anerkennung für diese in der Tat gewaltige Leistung. Wenn ihm auch dm Darstellung "des Menschen wohl in erster Reihe am Herzen gelegen hat, so gelingt es ihm doch auch, die verwickelten Zusammenhänge des gedankenschweren ,,Kapitals“ so klarzulegen, daß man sich gut vorstellen kann, daß auch der nicht auf diesem Gebiete vorgebildete Leser zu folgen imstande ist. Die große Persönlichkeit, die in Karl Marx letzten Endes doch das Judentum hervorgebracht hat, wird erst dann in vollem Maße gewertet werden, wenn die Schlagworte: Marxismus und Antimarxismus einmal nicht mehr die Grundlage seiner Wertung bilden. In dieser Richtung hat Vorländer eine gewaltige Arbeit geleistet, die auch an dieser Stelle ihrem Verdienst nach gewürdigt werden muß. Breslau. Willy Cohn. Isaac Breuer: Elisc-ha. 1928, I. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M., 115 S., ungeb. 4 Mk., geh. 5,50 Mk. Elischa nennt sich das Buch, weil der Verfasser sich seinem Vater gegenüber in der Rolle des bittenden Elischa fühlt, der Elia bat, daß zwiefach sein Geist auf ihm ruhen möge. Es ist geschrieben aus dem Schmerz des Sohnes um den Heimgang des Vaters. Mit einer rührenden Innigkeit schildert der Sohn das Wirken seines Vaters in der Familie und als Lehrender; in den Worten, die er ihm widmet ist zugleich die.bedingungslos sich beugende kindliche. Liebe und die Ehrfurcht des Schülers. Man möchte wünschen, daß viele, daß alle

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