Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 499 (sequence 2)
- Language
- German
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499 dieselbe kaum um vier Jahre überlebt. Maimün! ist auch in dieser Abhandlung ,,ein Wortführer der Naturheilmethode“ (S. 22). Kroner würdigt in seiner hübschen Einleitung Inhalt und Stil der nach seiner Annahme letzten medizinischen Schrift Maimunis und gibt Rechenschaft über die benutzten Handschriften. Dabei vergleicht K. zum Epigraph des Abschreibers von Gat. Uri 555 mit dem Koranzitate ,,da Stirnlocken und Füße der Frevler ergriffen werden“ — Sure 55, 41 — irrtümlich die Wendung Beza 25b: חצובד. מקטע רגליהון דרשיעיא, die aber durchaus keine ,,ähnliche Vorstellung“ ausdrückt (Flora 2, 190). S. 29 sagt K.: ,,Bei רפואיים kam mir die Frage, ob das gr. üepareyw das hebr. תרף gebildet, oder umgekehrt das gr. Wort einem hebr. תרופה) תרף) abzuleiten sei“. K. übersieht, daß schon R. Jochanan witzig therapeia und terüfä Ez 4712 kombiniert hat (Bacher P. 1, 25ל und Krauß LW 2, 594), daß aber in neuerer Zeit nur das berüchtigte ,,Etymologisch-symbolisch-rnythologische Real-Wörterbuch“ von F. Nork (Krön!), Stuttgart 1845, unter Theraphim, Heilgötter, diese mit einem selbsterfundenen ,,chald. רפא “תרף üeparceyaj zu kombinieren wagte. Daß ,,Theraphim“ keine Heilgötter sind, ist gewiß. Was teräfim in Wirklichkeit bedeute, ist S. 314 dieses Jahrgangs erwiesen. Die Uebersetzung zeigt die Sorgfalt und das Verständnis K.s und liest sich flüssig. Die Anmerkungen enthalten manches Bemerkenswerte. Z. B. S. 89 sä m für Palästina bei Maimün!. S. 92 Flaschenkürbis, das Iv. bei mir vermißt, findet sich Flora 1, 530f. Zu S. 96 טברוד Zucker, Flora 1, 762. S. 106 Morast. ,,Das deutsche Morast scheinbar von mrt stammend!“ Wozu läßt man solche Einfälle drucken? S- 110 n. 111 hält K. den Namen öezzär irrtümlich für einen Pflanzennamen. S. 115 Nr.!36 ist arab. נבאת richtig für raffinierten Zucker und durchaus nicht aus טברזד entstellt. Flora 1, 763. S. 115 Nr. 137 sind chinin, Cinchona China und där-slni, Zimt, zusammengeworfen. Flora 3, 260, von K. angeführt, spricht von ersterem. I. Löw. Prof• Br. Meier Schüler: Beiträge zur Kenntnis der alten jüdisch-deutschen Profanliteratur. Sonderabdruck aus der Festschrift zum 75 jährigen Bestehen der Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. Für die geistige Erkenntnis eines Volkes ist es wesentlich, nicht nur das zu wissen, was die Gebildeten lesen und lernen, sondern auch einen Begriff von dem zu haben, was die Masse zu ihrer Unterhaltung liest. Von diesem Gedanken ausgehend hat sich der Verf. mit der jüdisch-deutschen Profanliteratur der früheren Jahrhunderte befaßt, mit denjenigen Schriften, die dem Unterhaltungsbedürfnis vor allem der Frauen genügen sollten und die im ,,Mammeloschen“ geschrieben sind. Alle die Erzählungen, die wir aus germanistischer Beschäftigung mit dem deutschen Mittelalter kennen, fanden auch in die jüdische Volksliteratur Eingang, sei es die Artussage, die Geschichte vom Kaiser Oktavian, von der schönen Magelone, von Till Eulenspiegel u. a. Nur das Milieu wurde für den anderen Leserkreis etwas umgedeutet und schmackhaft gemacht. Selbst an den Dekamerone wagte man sich heran, allerdings nachdem sich der Bearbeiter für dieses verwegene Unternehmen entschuldigt hat. Der Verf. geht die einzelnen Stoffgebiexe durch und beginnt dabei mit dem ,,Artushof“. Das rein Christliche wurde, wie auch in den anderen jüdischen Volksbüchern, vom Bearbeiter fortgelassen, vor allem die Verherrlichung des Christentums, einige hebräische Worte wurden eingefügt. Die besondere Art der Schilderung der Elternliebe und Elternehre läßt vor allem auf einen jüdischen Verfasser schließen. Der Sagenkreis um Dietrich von Bern wird im ״Sigenot“ in jüdisch-deutscher Sprache behandelt (hierüber hat J. Perles bereits in der MGWJ 1876 gehandelt). Diese dem jüdischen Menschen fremdartigste Erzählung scheint sich in der Gunst des jüdischen Publikums nicht lange gehalten zu haben. Das Volksbuch vom Kaiser Oktavian fand schon