Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 497 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829959-2829966-2835790--49462-2835894- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
497 Strittige dieses Berichtes hin gewiesen ist, der entweder in seiner ganzen Ausdehntmg oder in" einzelnen Teilen spätere Einfügung ist. Dem Buche ist weiteste Verbreitung in den Kreisen der Studierenden und Theologen zu wünschen, man kann viel aus ihm lernen, und was darin zitiert ist, m ü ß t e man wissen. Offenbach a. M. Dienemann. J. Maarsen: Een Editio critica van Raschi’s commentaar der kleine Profeten. Amsterdam, Menno Hertzberger. 1929. In dieser Arbeit gibt Maarsen eine kurze Einleitung zu der von ihm geplanten Raschi-Ausgabe zu den Propheten resp. zu dem Dodekapropheton, mit welchem er seine Bearbeitung anfängt. Als Probe hat er bereits in Blaus Hazofeh 12, 1928 (auch im Sonderabzug) Joel vorgelegt. Daß endlich der Anfang mit einer seit Jahrzehnten gewünschten Ausgabe gemacht wird, ist sehr erfreulich. Wir sind auf jüdisch-wissenschaftlichem Gebiete mit korrekten Textausgaben unserer ,,Klassiker“ nicht verwöhn־1־; selbst irgendwelche Einheit der Editionstechnik auf jüdisch-wissenschaftlichem Gebiete fehlt uns nach mehr als einem Jahrhundert moderner jüdischer Wissenschaft noch ganz. Jeder Herausgeber verfährt ganz nach eigener Willkür, nicht nur was die Feststellung des Textes selbst betrifft, sondern auch was die Aeußerlicnkeiten der Ausgabe anbelangt. Methodisch und technisch wäre eine Einheit höchst wünschenswert, die dann in einem Werkchen wie O. Stählins Editionstechnik, Ratschläge für die Anlage textkritischer Ausgaben (Zweite Auflage, Leipzig, Teubner, 1914) ihren praktischen Abschluß finden könnte. Bereits 1911 vor dem Druck von Aptowitzers lehrreicher Rabiah-Ausgabe durch Mekize Nirdamim habe ich mich über dieses Desideratum bei jüdisch-wissenschaftlichen Editionen geäußert, damit wir endlich von vielen Wissenschaftlieh wertlosen Editionen, die von M. N. he raus ge geben, befreit würden (ich denke namentlich an Jacob Schors Ausgabe von Jehuda ben Barsilais Sepher Ha-ittim, Berlin 1902—1903). Später habe ich nochmals versucht, die Fest- Stellung solcher Editionsregeln anzuregen (MGWJ. 68, 1924, 342), damit die Ausgaben des Corpus tannaiticum der Gesellschaft z. F. d. W. d. J. innerlich und äußerlich mit den Editionen des klassischen Altertums wetteifern können. Wenn auch zweifelsohne die Ausgabe ״Siphre ad Numeros“ von H. S. Horovitz und die nunmehr abgeschlossene der Mechilta von Horovitz und I. A. Rabin gegen frühere Ausgaben einen bedeutenden Fortschritt darstellen, so ist doch sehr zu bedauern, daß bei beiden die Angabe von Kapitel und Verszahl fehlt, so daß die einfachste Art den Text zu zitieren auch durch diese Ausgabe wieder unmöglich gemacht worden ist. Hoffentlich entschließen sich die beiden genannten Gesellschaften in Verbindung mit der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, der insbesondere die Weiterführung der mustergültigen Theodorschen Bereschit Rabba-Ausgabe durch Albeck zu danken ist, zu gemeinsamer Festsetzung der Anforderungen, die an kritische Ausgaben mittel- und neuhebräischer Texte zu stellen sind! In bezug auf die Editionstechnik war Theodor-Alheck auch für Maarsen maßgebend bei der Probe, die er mit der Joel-Ausgabe gegeben, und es ist auffällig, daß er über die hierbei in Betracht kommenden Fragen in dem hier besprochenen Aufsatz gar nicht spricht. Er nahm bei der Probe als Text den der Erstausgabe von Rascbi zu den Propheten aus der zweiten Biblia Rabbinica, Venedig, Bromberg, 1524—25. Hierzu gibt er in den ersten Noten unter dem Text die Varianten aus einer Anzahl Raschi-Handschriften, die er hier aufzählt. Von den meisten hat er sich persönlich die Photographien beschafft. Es sind die folgenden acht: A. München, Cod. hebr. 5; B. Leiden, God. hebr. Seal. 1; C. Parma, Cod. de Rossi 76; D. Berlin, Staatsbibi. Fol. 1221 (früher MS. Erfurt 13); E. Berlin, Jüdische Hochschule (früher A. Geiger); F. Oxford, Bodl. Neubauer Nr. 295 u. 298; G. Codex Schocken-Zwickau; H. Cincinnati, Cod. Hebr. Union College. Die Besitzgenealogie dieser zwei letzten Codices ist mir nicht bekannt. Inzwischen ist auch Cod. 3144 der Casanatense in Rom (cf. Cataloghi dei Codici orientali di alcuni Bibliotheche d’Italia. Fase. VI. Firenze 1897 p. 514—516 Nr. 51) Maarsen auf der König!. Bibliothek im Haag zugänglich geworden. Er hat hiermit sich eine handschriftliche Mater! als am miung verschafft, die durch noch mehrere Handschritten im allgemeinen wohl nicht an Wert gewinnen würde. Nicht benutzen: konnte Maarsen, wie er erwähnt, die bei SothebvrLondon am 28. Juni 1928-