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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 451

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Nachwort zum vorigen Aufsatz [Nachricht] / Heinemann, Isaak
Date
1929-01-01
Page
Seite 451 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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451 Ganz deutlich wird hier nicht die biblische Erzählung von einem himmlischen Feuerregen über vier Städte wiedergegeben, sondern ein einheimischer Bericht vom Untergang von 13 Ortschaften, der teils vulkanisch, teils, was uns hier angeht, neptunisch gedeutet wird. Strabon hat diese Deutung nicht selbst erfunden. § 43 beruft er sich für andere Züge seiner Darstellung des Toten Meeres auf eine seiner Lieblingsquellen, den Naturforscher, Geschichtsforscher und Philosophen Poseidonios. Und die ätiologische Umdeutung religiöser Volks Vorstellungen, wie unser § 44 sie bietet, gehört zu den kennzeichnenden Merkmalen seiner Arbeitsweise1. Daß er aber auch über palästinische Angelegenheiten nicht jüdische Berichte herangezogen hat, steht ohnehin fest. Aus Poseidonios׳ Geschichtswerk hat aber bekanntlich Tacitus die einzigen ernsthaft zu nehmenden Züge seines Bildes von den Juden geschöpft, insbesondere, wie man neuerdings mit Recht betont hat2, die Angaben über Sodom. Auf Josephus kann er mittelbar durch Strabons Geschichtswerk (oder, was ferner liegt, durch Nikolaos von Damaslcos) gewirkt haben; aber es kann ihm auch die von Poseidonios benutzte Volksüberlieferung unmittelbar bekannt gewesen sein. In jedem Falle ist diese die Urquelle der von Herrn Mieses verfolgten Umbildung der biblischen Erzählung3. Aruch ms. Breslau. Von Samuel Krauss in Wien. (Schluß) 5. Griechisch, Italienisch, Arabisch. Auch für das fremdsprachliche Element im Aruch bietet unser Codex wertvolle Winke. Bei einer Abschrift, die in Italien von einem gelehrten Mann wie Jeschua Kohen erfolgt ist, konnte man von vornherein erwarten, daß das gr. und it. Element besser wiedergegeben werde als in den gangbaren Drucken, und ich habe auf das hin auch scharf zugeblickt, leider mit w6nig Erfolg, denn es sind nur wenig Verbesserungen zu verzeichnen. Besser steht es mit dem arab. Element, worin die Ausbeute sehr groß ist, ein gutes Zeichen für die Treue und Intelligenz des Abschreibers, der hierin wirklich Großes geleistet hat. 132 ,1) אמתנטין), im Aruch selbst die Variante אפת׳■ oMhzyz (Lehnw. 117, wo auch die Schreibung mit רו). Die Schreibung אפ für au mußte man bis jetzt in den Kauf nehmen, aber B hat אבתכפזין, und das ist richtig — eine Kleinigkeit bloß, aber nicht zu verachten. 1 Vgl. Heinemann, Poseidonios’ metaphysische Schriften II 38 f. und zum folgenden den in voriger Anm. angeführten Artikel S. 8. 2 Vgl. W. Capelle, Philologus 1929, 491 f. 3 Auf die Behandlung Sodoms durch andere Nichtjuden (vgl. Honigmanns Artikel Sodoma in der genannten Realenzyklopädie) ist hier nicht einzugehen.

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