Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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422 Stuttgart, J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1929, 43. S. Behandelt den Antisemitismus des Altertums mit folgender Gliederung: 1. Bestimmung der Aufgabe. 2. Die Konfliktsherde. 3. Inhalt der Vorwürfe. 4. Ursprung der Nachrichten über die Juden. 5. Geschichte der Beurteilung der Juden. 6. Wesen und psychologische Wurzeln des antiken Antisemitismus. Israel Rabiu, Aus Dyhernfurths jüdischer Vergangenheit, Breslau, Kommissionsverlag W. Jacobsohn & Go., 1929, 10 S. Erweist erneut gegen Brann, daß es schon vor 1689 Juden in Dyhernfurth gab. Die Religion in Geschichte und Gegenwart• Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, 49.—54. Lieferung (englische Literatuigeschichte — Josua),' Tübingen, Mohr, 1928 hzw. 1929. Die erste der neuen Lieferungen enthält mehrere Beiträge über Judentum (die Geschichte vom Exil bis Hadrian hat Eißfeldt bearbeitet, bis 1780 führt Elbogen, von da an Baeck die Behandlung weiter) und jüdische Philosophie (Julius Guttmann); sie geben auf knappem Raum eine übersichtliche Darstellung. Gerhard Kittels Beitrag ״Judentum und Christentum“ ringt erfreulich nach Objektivität und rügt mit Recht, daß man vielfach auf beiden Seiten ״die in der Empirie des Lebens, gemessen an dem Ideal, vorhandenen Minderwertigkeiten auf zeigt“. Unrichtig und durch die von ihm beigesetzten Zitate nicht erwiesen ist die Meinung, daß das Judentum gegen die ״Absolutheit“ der Ethik der Bergpredigt Einwände erhebt; unsere Bedenken gegen die Uebertragung einer ״Ethik der zwölften Stunde“ auf das weiterflutende Leben sind gleicher Art wie diejenigen Fr. Naumanns (״dürfen wir es wollen?“) oder Jherings (im ״Kampf ums Recht“). Richtig ist dagegen, daß das Judentum ״die in Christus Wirklichkeit gewordene Vergebung“ nicht anerkennt und daß sich hieran die Geister scheiden. — Auch von diesen Aufsätzen abgesehen, enthalten, die Lieferungen vieles, was auch Juden angeht; wir verweisen auf die Beiträge Jugendbünde, Jugendfürsorge, Jugendpsychologie, Keuschheit, Kinderpsychologie und den mit reichem Bilderschmuck versehenen Beitrag Kirchenbau. Nach der Abfassung; der obigen Bemerkung, die für das Juniheft bestimmt war, aber wegen Platzmangels zurückgestellt werden mußte, sind die Lieferungen 55—63 (Kirchengeschichte II bis Lichtbildergottesdienst) erschienen. Die Zahl der Beiträge, die jüdische Leser besonders־ angehen, ist verhältnismäßig nicht sehr zahlreich. Gegen die alttestamentlichen Artikel ist nicht selten manches einzuwenden; so ״begnügt sich (nach Sp. 1563) der Prediger Salomos mit dem oberflächlichen ׳Tröste, daß es doch auch Essen und Trinken und Freude auf Erden gibt“, als ob dies seiner Weisheit letzter Schluß sei. Bei den Artikeln Krieg und Leiden vermißt man jeden Hinweis auf das rabbinische Judentum, das zu beiden in sehr interessanter Weise Steilung genommen־ hat. Die Uebersichten über religiöse Kunst, deren ausgezeichnete Bilderbeilagen zu rühmen sind, gehen auf die synagogale Kunst, an deren Erforschung sich Juden und Christen beteiligt haben, leider nicht ein. Bei dem Weitblick, den die Herausgeber sonst zeigen, ist es zu verwundern, daß Gustav Landauer keine Behandlung gefunden hat. Maximilian Stein, Vorträge und Ansprachen, Frankfurt a. M., Verlag J. Kauffmann, 287 S., in Leinen geb. 5 Mk. Es ist sehr erfreulich, daß das vor einem Jahre von uns angezeigte Buch (Jahrgang 1928, S. 560) bereits eine Neuauflage erlebt hat; wir empfehlen es nochmals herzlich, zumal zu Ges chen ks zwe cken. Simon Unna, Vorschriften betr. die Fehler, die eine Thoraroile unbrauchbar machen und eine Unterbrechung der Vorlesung verlangen, mit einem Anhang aus dem handschriftlichen Nachlasse des R. Salomon Geiger, Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1929, 8 S., 60 Pfg. Festgabe zum zehnjährigen Bestehen der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, Berlin, Akademieverlag, 91 S. Enthält einen Rückblick auf die Arbeit der Akademie und eine Darstellung ihrer Aufgaben durch ihren wissenschaftlichen Leiter Juliüs Guttmann, ein feinsinniges Gedenkblatt für ihren hochverdienten Schriftführer Gustav Bradt von Leo Baeck, einen Vortrag Ernst Cassirers über die Idee der Religion bei Lessing und Mendelssohn, der insbesondere den Mangel Mendelssohns an geschichtlichem